Inventurdifferenzen

Im Jahr 2021 ging die Summe der Inventurdifferenzen im deutschen Einzelhandel zum zweiten Mal in Folge zurück, so das Ergebnis der EHI-Studie „Inventurdifferenzen im deutschen Handel 2022“. Durch Diebstahl und organisationsbedingte Verluste verlor der Handel rund 4,1 Milliarden Euro, das sind 3 Prozent weniger als noch im Vorjahr (2020: 4,2 Milliarden Euro). 2020 waren die Inventurdifferenzen mit einem Rückgang um 200 Millionen Euro bereits deutlich gesunken (2019: 4,4 Milliarden Euro). Vor allem war dies auch ein Folge der teilweisen Ladenschließungen im Zuge der Lockdown-Maßnahmen während der Corona-Pandemie. In den Jahren vor 2020 waren die Inventurdifferenzen im Trend stets angestiegen.

Schaden durch Diebstahl

Hinter den hohen Zahlen steckt vor allem eins: Diebstahl. Von den 4,1 Milliarden Euro Inventurverlusten (branchengewichtete Hochrechnung für den gesamten deutschen Einzelhandel) entstehen 3,23 Milliarden Euro durch Entwendung. Waren im Wert von 2,1 Milliarden Euro werden durch Kund:innen gestohlen, 810 Millionen werden von eigenen Mitarbeitern entwendet und 320 Millionen Verlust gehen auf Diebstähle durch Lieferanten und Servicekräfte zurück. 870 Millionen Euro Schaden entstehen durch organisatorische Mängel, beispielsweise durch falsche Preisauszeichnung. Dem Staat entsteht mit dem Diebstahl ein volkswirtschaftlicher Schaden von 440 Millionen Euro im Jahr durch die Mehrwertsteuer-Ausfälle.

Sicherheit kostet

Um ihre Waren vor Langfingern zu schützen, gaben die Handelsunternehmen in Deutschland 2021 im Durchschnitt aller Branchen etwa 0,30 Prozent ihres Umsatzes aus. Das größte Budget für Präventions- und Sicherheitsmaßnahmen haben darunter mit durchschnittlich 0,45 Prozent die Unternehmen des Bekleidungsfachhandels (inkl. Warenhäusern). Mit 0,20 Prozent investierten die Lebensmittelhändler durchschnittlich am wenigsten in die Diebstahlsreduzierung.  Insgesamt steckte der Handel 1,3 Milliarden Euro in Maßnahmen wie Artikelsicherung, Kameraüberwachung oder Detektiveinsätze. Addiert man diese Kosten mit dem gesamten Verlust durch Inventurdifferenzen, so sind dem Handel letztes Jahr insgesamt 5,4 Milliarden Euro Umsatz entgangen.

Erneuter Rückgang der Ladendiebstahlsanzeigen

Auch wenn das Thema Diebstahl ein Dauerbrenner ist: 2021 sind die angezeigten Ladendiebstähle laut polizei­licher Kriminalstatistik um 15,6 Prozent auf insgesamt 256.694 Fälle (Vorjahr 304.005) deutlich zurückgegangen. Dabei waren die angezeigten schweren Ladendiebstähle sogar um 19,7 Prozent rückläufig und sanken von 20.862 im Jahr 2020 auf 16.762 im Jahr 2021 – die einfachen Ladendiebstähle sanken um 15,3 Prozent auf 239.932 (2019: 283.143). Der Rückgang der Inventurdifferenzen fällt aber wesentlich moderater aus. Daher lässt sich der drastische Rückgang der Ladendiebstahlsanzeigen nur mit reduzierten Ausgaben für Detekteien erklären, denn sie bringen normalerweise die meisten Fälle zur Anzeige.

Datenbasis

An der EHI-Studie „Inventurdifferenzen 2022” beteiligten sich 77 Handelsunternehmen mit 20.178 Betrieben. Sie erwirtschafteten 2021 einen Gesamtumsatz von 95,4 Milliarden Euro.

Informationen zur Studie Inventurdifferenzen im Einzelhandel 2022 finden Sie auf der EHI-Website.

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Ergebnisse aus der EHI-Studie „Inventurdifferenzen 2022”

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