Sport- und Freizeitartikelhandel

Im Jahr 2019 setzte der deutsche Sportfachhandel insgesamt rund 8 Milliarden Euro um.

Die Corona-Krise traf den deutschen Sport- und Freizeitartikelhandel je nach Branche unterschiedlich. Die Unternehmen im Einzelhandel mit Sport- und Campingartikeln in Deutschland setzten im Jahr 2020 nach Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes real 4,5 Prozent bzw. nominal 2,8 Prozent weniger um als im Vorjahr. Der Einzelhandel mit Fahrrädern hingegen setzte real 32,4 Prozent mehr um. In jeweiligen Preisen stieg der Umsatz um 35,8 Prozent im Vergleich zum Jahr 2019.

Die Fahrradbranche erlebte während der Corona-Pandemie einen regelrechten Boom und gab der ohnehin dynamischen Entwicklung der letzten Jahre einen weiteren Schub. Verbraucher:innen versuchten zum Beginn der Pandemie aus Angst vor Ansteckung mit dem Corona-Virus öffentliche Verkehrsmittel zu meiden und stiegen daher auf alternative Verkehrsmittel um. Hinzu kam der Drang nach Bewegung an der frischen Luft mit ausreichend Abstand und geänderte Urlaubspläne zugunsten vermehrter Radreisen im eigenen Land. Die Umsätze erhöhten sich um rund 61 Prozent zum Vorjahr auf 6,44 Milliarden Euro.

Für das Geschäftsjahr 2021 meldet der Zweirad-Industrieverband ein Umsatzplus um 2 Prozent auf 6,56 Milliarden Euro. Die Umsatzsteigerung hängt unter anderem mit dem höheren Durchschnittswert der verkauften Fahrräder und der gestiegenen Nachfrage nach hochwertigen E-Bikes zusammen. Der durchschnittliche Verkaufswert pro Fahrrad und E-Bike zusammen lag im Jahr 2021 bei ca. 1.395,- Euro, dies entspricht einem Anstieg von rund 9 Prozent gegenüber dem Vorjahr und einer Verdreifachung der durchschnittlichen Ausgaben pro Fahrrad innerhalb der letzten zehn Jahre.
Der Gesamtabsatz an Fahrrädern und E-Bikes ging im Jahr 2021 von 5,04 Millionen Einheiten auf 4,7 Millionen Stück zurück.Grund für den Rückgang sieht der ZIV vor allem in den Lieferengpässen, die infolge der globalen Corona-Pandemie durch erhebliche Einschränkungen und Verzögerungen in der Produktion und der Lieferkette entstanden sind.
Während der Verkauf von klassischen Rädern von 3,09 Millionen im Jahr 2020 auf 2,7 Millionen Stück im Jahr 2021 zurückging, stiegen hingegen die E-Bike-Verkäufe um drei Prozent und machten mit 2,0 Millionen Stück rund 43 Prozent des Gesamtabsatzes an Fahrrädern aus. Im Jahr zuvor lag der Anteil der E-Bikes am Gesamtmarkt noch bei 39 Prozent. Mittelfristig werden E-Bikes voraussichtlich einen Anteil von 50 Prozent am Gesamtmarkt erreichen. Der gesamte Fahrradbestand (inkl. E-Bikes) in Deutschland ist nach Einschätzung des Zweirad-Industrie-Verband e.V (ZIV) auf 81,0 Millionen Stück angewachsen. Darin enthalten sind ca. 8,5 Millionen E-Bikes.

Für das laufende Jahr erwartet der ZIV jedoch, dass der Russland-Ukraine-Konflikt negative Auswirkungen auf die Lieferketten und die Rohstoffpreise haben wird und es zu Preissteigerungen bei Neufahrrädern kommen wird.

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