Bau- und Heimwerkermärkte

Bau- und Heimwerkermärkte in Deutschland

Die DIY-Branche blickt auf ein erneut schwieriges Jahr 2025 zurück. Sie sah sich mit mehreren Herausforderungen konfrontiert: von anhaltender Verbraucherverunsicherung über geopolitische Spannungen bis hin zu hoher Bürokratie und steigenden Kosten. Der Umsatz im erweiterten Do-It-Yourself-Kernmarkt (Bau- und Heimwerkermärkte, Fachhandel für Gartenbedarf, Raumausstattung, Leuchten, Fliesen, Sanitärbedarf, Baustoff- und Bauelemente, Holz und Sägewerkshandel sowie kleinbetrieblicher Fachhandel für Eisenwaren, Raumausstattung, Gartenbedarf und Blumen sowie Distanzhandel mit DIY-Kernsortimenten) in Deutschland lag im Jahr 2024 nach vorläufigen Angaben der Marktforscher von Teipel Research & Consulting bei 49,66 Milliarden Euro brutto, dies entspricht einem Minus von 2,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Geschäftsjahr 2025

Die Bau- und Heimwerkermärkte in Deutschland (nach Definition des BHB-Bundesverbands deutscher Heimwerker-, Bau- und Gartenfachmärkte: mindestens 1.000 Quadratmeter Innen-Verkaufsfläche und breites Sortiment) erzielten im Geschäftsjahr 2025 nach Angaben des BHB – Handelsverband Heimwerken, Bauen und Garten e.V. mit einem Gesamtbruttoumsatz von 20,58 Milliarden Euro ein Umsatzminus von 1,6 Prozent. Auf bereinigter bzw. vergleichbarer Verkaufsfläche entspricht dies einem Rückgang von 1,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Beim Blick auf die Sortimentsentwicklungen im Gesamtjahr erzielten die deutschen Bau- und Heimwerkermärkte die höchsten Umsätze laut GfK-Total-Store-Report mit den Sortimenten Bauchemie/Baumaterial, Sanitärinstallation/Heizung/Zubehör sowie Gartenausstattung. Betrachtet man die Sortimentsentwicklung im Vorjahresvergleich, zeigten sich die Sortimente Wand/Boden (+1,7 Prozent), Gartenausstattung (+0,6 Prozent), Holz (+0,5 Prozent) als Wachstumstreiber. Deutlich rückläufig waren die Umsätze in den Sortimenten Wohnen und Dekoration (-6,2 Prozent), Fliesen (-5,0 Prozent) sowie Lebend Grün (-4,9 Prozent). Nach dem außerordentlichen Wachstum während der Coronapandemiejahre und der rückläufigen Entwicklungen in den Jahren 2022 und 2023 wuchs der Umsatz im Online-Handel mit den DIY-Kernsortimenten in den Jahren 2024 und 2025 im Vergleich zum Vorjahr um rund 4,0 Prozent auf 5,797 Milliarden Euro. Der Bärenanteil der E-Commerce-Umsätze wird mit dem klassischen Heimwerkersortiment erzielt. 2024 waren es 4,084 Milliarden Euro.

Zu den Top 5 Baumarktunternehmen in Deutschland gehören Bauhaus, Obi (Tengelmann-Gruppe), Hornbach, Toom/B1 (Rewe) sowie Hagebau.

Strukturentwicklung

Nach der Gemaba-Baumarkt-Strukturuntersuchung 2026 gibt es zum 1. Januar 2026 im Bundesgebiet 2.004 Baumärkte, die der BHB-Definition entsprechen. Die Märkte verfügen insgesamt über eine Innenverkaufsfläche von rund 11,695 Millionen Quadratmetern. Auch bei der brancheüblichen Gewichtung des BHB (Innenverkaufsfläche – warm und kalt – zu 100 Prozent, überdachte Freifläche zu 50 Prozent, Baustoff-Drive-in- Halle zu 50 Prozent, offener Außenbereich zu 25 Prozent) ergibt sich mit einer aggregierten gewichteten Verkaufsfläche von rund 13.030.000 Quadratmetern gegenüber dem Vorjahr ein marginaler Verkaufsflächenrückgang. Insgesamt können die ungewichteten Freiflächen mit ca. 3,90 Millionen Quadratmetern angesetzt werden, womit eine aktuelle Gesamtverkaufsfläche von ca. 15,800 Millionen Quadratmetern vorhanden ist.

Der typische deutsche Baumarkt des Jahres 2026 verfügt über eine Innenverkaufsfläche von rund 5.850 Quadratmetern auf, wovon rund 1.500 Quadratmeter für die Präsentation von Pflanzen und typischen Gartensortimenten und 4.350 Quadratmeter für den Bau- und Heimwerkerbedarf genutzt werden. Zusätzlich kommt eine teilüberdachte Freifläche von rund 1.950 Quadratmetern, so dass sich eine Gesamtverkaufsfläche von rund 7.800 Quadratmetern und einer gewichteten Verkaufsfläche von rund 6.500 Quadratmetern ergibt. Dabei wird im Durchschnitt ein stationärer Jahresbruttoumsatz von rund 9,1 Millionen Euro erzielt.

Geschäftsverlauf im ersten Halbjahr 2026

Der deutsche Einzelhandel mit Metallwaren, Anstrichmitteln sowie Bau- und Heimwerkerbedarf verzeichnete im 2. Quartal 2026 einen Umsatzrückgang. Die Umsätze sanken gegenüber dem Vorjahreszeitraum nominal um 1,4 Prozent und preisbereinigt um 2,4 Prozent. Damit blieb auch die Halbjahresbilanz negativ: Von Januar bis Juni 2026 gingen die Umsätze nominal um 1,1 Prozent und preisbereinigt um 2,1 Prozent zurück. 

  • Im Monatsverlauf zeigte sich zunächst eine schwache Entwicklung. Im April sanken die Umsätze nominal um 3,9 Prozent und preisbereinigt um 4,9 Prozent, im Mai lagen sie nominal 4,0 Prozent und preisbereinigt 5,0 Prozent unter dem Vorjahresmonat. Im Juni kehrte sich der Trend um: Die Umsätze stiegen nominal um 4,4 Prozent und preisbereinigt um 3,5 Prozent. Die frühen Hitzeperioden führten nach Einschätzung des Bundesverbands BHB – Handelsverband Heimwerken, Bauen und Garten e. V. (BHB) zu saisonalen Nachfragespitzen bei Klimageräten, Ventilatoren und Bewässerungseinrichtungen.
  • Für die Bau- und Gartenfachmärkte in Deutschland weist der BHB für das 1. Halbjahr 2026 einen Bruttoumsatz von 10,99 Milliarden Euro aus. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht dies einem leichten nominalen Rückgang von 0,4 Prozent; flächenbereinigt stieg der Umsatz um 0,3 Prozent. Im 2. Quartal erzielten die Märkte 6,46 Milliarden Euro und lagen nominal 0,1 Prozent unter dem Vorjahreszeitraum. Flächenbereinigt ergab sich ein Plus von 0,8 Prozent.
  • Die Sortimentsentwicklung im ersten Halbjahr 2026 blieb uneinheitlich. Besonders deutlich gingen die Umsätze mit Fliesen um 8,3 Prozent, mit Gartenmöbeln um 7,0 Prozent sowie mit Eisenwaren und Sicherungstechnik um 6,8 Prozent zurück. Zuwächse verzeichneten dagegen Technik/Büro/Unterhaltung mit 29,0 Prozent, Freizeit-/Saisonwaren ((Pools, Planschbecken, Strandzubehör usw.) mit 6,9 Prozent und Automotive mit 6,8 Prozent. Der BHB führt das starke Wachstum bei Technik/Büro/Unterhaltung insbesondere auf die erhöhte Nachfrage nach Klimageräten und Ventilatoren während der frühen Hitzeperioden zurück. Zugleich belasteten die fragile Weltwirtschaftslage, die Iran-Krise und die folgenden Preissteigerungen die Grundstimmung. Die anhaltende Kaufzurückhaltung ist besonders bei den klassischen Baumarktsortimenten zu spüren. 

 

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