Bau- und Heimwerkermärkte in Deutschland
Die DIY-Branche blickt erneut auf ein schwieriges Jahr 2024 zurück. Sie kämpfte mit mehreren Herausforderungen: Konsumzurückhaltung aufgrund politischer Unsicherheiten, ungünstigen Witterungsbedingungen und einer rückläufigen Bau- und Renovierungstätigkeit infolge gestiegener Zinsen. Der Umsatz im erweiterten Do-It-Yourself-Kernmarkt (Bau- und Heimwerkermärkte, Fachhandel für Gartenbedarf, Raumausstattung, Leuchten, Fliesen, Sanitärbedarf, Baustoff- und Bauelemente, Holz und Sägewerkshandel sowie kleinbetrieblicher Fachhandel für Eisenwaren, Raumausstattung, Gartenbedarf und Blumen sowie Distanzhandel mit DIY-Kernsortimenten) in Deutschland lag im Jahr 2024 nach vorläufigen Angaben der Marktforscher von Teipel Research & Consulting bei 49,66 Milliarden Euro brutto, dies entspricht einem Minus von 2,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Die Bau- und Heimwerkermärkte in Deutschland (nach Definition des BHB-Bundesverbands deutscher Heimwerker-, Bau- und Gartenfachmärkte: mindestens 1.000 Quadratmeter Innen-Verkaufsfläche und breites Sortiment) erzielten im Geschäftsjahr 2024 nach Angaben des BHB – Handelsverband Heimwerken, Bauen und Garten e.V. mit einem Gesamtbruttoumsatz von 20,92 Milliarden Euro ein Umsatzminus von 1,5 Prozent. Auf bereinigter bzw. vergleichbarer Verkaufsfläche entspricht dies einem Rückgang von 1,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Beim Blick auf die Sortimentsentwicklungen im Gesamtjahr erzielten die deutschen Bau- und Heimwerkermärkte die höchsten Umsätze laut GfK-Total-Store-Report mit den Sortimenten Bauchemie/Baumaterial, Sanitärinstallation/Heizung/Zubehör sowie Werkzeuge/Maschinen/Werkstattzubehör. Betrachtet man die Sortimentsentwicklung im Vorjahresvergleich, zeigten sich die Sortimente Gartenchemie/Erden/Saatgut (+8,2 Prozent), Lebendgrün (+2,3 Prozent), Bauchemie/Baumaterial (+1,2 Prozent) als Wachstumstreiber. Deutlich rückläufig waren die Umsätze in den Sortimenten Fliesen (-13,1 Prozent), Gartenmöbel (-8,1 Prozent) sowie Wohnen und Dekoration (-7,5 Prozent). Nach dem außerordentlichen Wachstum während der Coronapandemiejahre und der rückläufigen Entwicklungen in den Jahren 2022 und 2023 wuchs der Umsatz im Online-Handel mit den DIY-Kernsortimenten 2024 im Vergleich zum Vorjahr um 2,1 Prozent auf 5,577 Milliarden Euro. Der Bärenanteil der E-Commerce-Umsätze wird mit dem klassischen Heimwerkersortiment erzielt. 2024 waren es 4,084 Milliarden Euro.
Zu den Top 5 Baumarktunternehmen in Deutschland gehören Bauhaus, Obi (Tengelmann-Gruppe), Hornbach, Toom/B1 (Rewe) sowie Hagebau.
Nach der Gemaba-Baumarkt-Strukturuntersuchung 2025 gibt es zum 1. Januar 2025 im Bundesgebiet 2.030 Baumärkte, die der BHB-Definition entsprechen. Die Märkte verfügen insgesamt über eine Innenverkaufsfläche von rund 11,850 Millionen Quadratmetern. Auch bei der brancheüblichen Gewichtung des BHB (Innenverkaufsfläche – warm und kalt – zu 100 Prozent, überdachte Freifläche zu 50 Prozent, Baustoff-Drive-in- Halle zu 50 Prozent, offener Außenbereich zu 25 Prozent) ergibt sich mit einer aggregierten gewichteten Verkaufsfläche von rund 13.200.000 Quadratmetern gegenüber dem Vorjahr ein marginaler Verkaufsflächenrückgang. Insgesamt können die ungewichteten Freiflächen mit ca. 3,95 Millionen Quadratmetern angesetzt werden, womit eine aktuelle Gesamtverkaufsfläche von ca. 15,800 Millionen Quadratmetern vorhanden ist.
Der typische deutsche Baumarkt des Jahres 2025 verfügt über eine Innenverkaufsfläche von rund 5.850 Quadratmetern auf, wovon rund 1.500 Quadratmeter für die Präsentation von Pflanzen und typischen Gartensortimenten und 4.350 Quadratmeter für den Bau- und Heimwerkerbedarf genutzt werden. Zusätzlich kommt eine teilüberdachte Freifläche von rund 1.950 Quadratmetern, so dass sich eine Gesamtverkaufsfläche von rund 7.800 Quadratmetern und einer gewichteten Verkaufsfläche von rund 6.500 Quadratmetern ergibt. Dabei wird im Durchschnitt ein stationärer Jahresbruttoumsatz von rund 9,3 Millionen Euro erzielt.
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