Elektrofachhandel

Die amtliche Statistik differenziert den Elektroeinzelhandel nach zwei Sortimentsschwerpunkten: 

  • Einzelhandel mit Informations- und Telekommunikationstechnik: Der Wirtschaftszweig umfasst den Einzelhandel mit Computern, peripheren Einheiten und Software, den Einzelhandel mit Telekommunikationsgeräten und Mobiltelefonen sowie den Einzelhandel mit Geräten der Unterhaltungselektronik 
  • Einzelhandel mit elektrischen Haushaltsgeräten (Elektroklein- und -großgeräten)

Nach den letzten Ergebnissen der Umsatzsteuerstatistik für das Jahr 2019 umfasste der Einzelhandel mit Kommunikations- und Informationstechnik insgesamt 18.696 umsatzsteuerpflichtige Unternehmen mit einem Gesamtumsatz von rund 33,52 Milliarden Euro. Im Einzelhandel mit elektrischen Haushaltsgeräten waren 9.214 steuerpflichtige Unternehmen mit einem Umsatz von knapp 7,7 Milliarden Euro tätig. Bei näherer Betrachtung der Unternehmensverteilung nach Umsatzgrößenklassen wird deutlich, dass die Branche durch kleine und mittelgroße Unternehmen geprägt ist. Drei Viertel der steuerpflichtigen Unternehmen erwirtschafteten 2018 einen Jahresumsatz unter 500.000 Euro. 

Einen detaillierten Überblick über den Technikmarkt liefert die regelmäßige Erhebung des Home Electronics Markt Index HEMIX von der gfu Consumer & Home Electronics GmbH und der GfK Retail and Technology GmbH. Der Index zeigt auf Basis von Menge und Wert die quartalsweise Marktentwicklung in Deutschland auf. Der Home Electronics-Markt ist dabei fest und einheitlich definiert als die Summe der Verkäufe in Deutschland an private Konsumenten. Nach ersten Berechnungen ergab sich für den deutschen Home Electronics Markt für das Jahr 2020 ein Umsatzvolumen von insgesamt 47,549 Milliarden Euro, dies entspricht einem leichten Plus von +11,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Home Electronics-Produkte waren pandemie-bedingt im Jahr 2020 deutlich stärker nachgefragt als erwartet. Deutliche Zuwächse verzeichneten die Produktkategorien Consumer Electronics und Elektro-Hausgeräte. Auf Consumer Electronics entfiel ein Umsatz von 30,47 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Plus von 9,9 Prozent im Vergleich zu 2019 auf. Dabei entwickelte sich vor allem das Segment der privat genutzten IT-Produkte mit einem Umsatzzuwachs von 23,9 Prozent auf knapp 8,5 Milliarden Euro positiv. Die privat genutzten Telekommunikationsprodukte verzeichneten ein Wachstum von 4,5 Prozent auf knapp 12,7 Milliarden Euro, was neben den Smartphones vor allem an einem erneuten Wachstum der Core Wearables (+ 20,4 Prozent Umsatz) lag. Das Segment Unterhaltungselektronik konnte mit einem Umsatz von 9,3 Milliarden Euro ein Plus von 6,3 Prozent verbuchen. Die seit langem positive Entwicklung im Bereich der Elektrohausgeräte setzte sich 2020 verstärkt fort: Das Umsatzplus bei Elektro-Großgeräten betrug im Gesamtjahr 10,4 Prozent auf einen Gesamtumsatz von knapp zehn Milliarden Euro. Bei den Elektrokleingeräten fiel der Zuwachs mit 21,3 Prozent auf 7,1 Milliarden Euro Umsatz noch stärker aus.

Distribution nach Betriebsformen
In der Distribution von Technikprodukten zum Verbraucher kommt dem Fachhandel nach wie vor eine tragende Rolle zu. Ergebnissen des GfK Consumer Panel Retail zufolge entfielen über 42 Prozent der Gesamtumsätze mit Elektro/Technik/IT im Jahr 2018 auf die Elektrofachgeschäfte und -fachmärkte. Knapp ein Fünftel der Umsätze erzielten branchenfremde Geschäfte (Möbel-, Lebensmittel-, Textilfachgeschäfte sowie Kauf- und Warenhäuser). Knapp 40 Prozent des Marktes wird von Online-Anbietern abgedeckt.

Betriebswirtschaftliche Kennzahlen
Einen genauen Überblick über die Kosten- und Ertragsentwicklung der Branche gibt die Jahreserhebung im Handel des Statistischen Bundesamtes. Die derzeit aktuellsten Ergebnisse gehen auf das Jahr 2017 zurück. Für den Einzelhandel mit elektrischen Haushaltsgeräten ergibt sich eine durchschnittliche Handelsspanne von 35,6 Prozent des Umsatzes. Die Handlungskosten stellten 31,2 Prozent vom Umsatz dar. Daraus resultiert ein Ergebnis vor Steuern in Höhe von 4,4 Prozent. Für den Einzelhandel mit Kommunikations- und Informationstechnik lag die Rohertragsquote im Jahr 2017 bei 31,9 Prozent. Auf den Handlungskosten entfielen 27,7 Prozent vom Umsatz. Unter dem Strich steht ein steuerliches Ergebnis von 4,2 Prozent zu Buche. Für beide Segmente dürfte nach Abzug der kalkulatorischen Kosten für Unternehmerlohn und Zinsen auf Eigenkapital das betriebswirtschaftliche Ergebnis für das Jahr 2017 knapp positiv ausfallen.

Top-Player – stationär und online
Das Ranking der zehn umsatzstärksten Vertriebslinien im stationären Einzelhandel für Technik wird von Verbundgruppen dominiert. Angeführt wird die Top 10 vom Filialunternehmen Media Markt, einer Vertriebslinie der Ceconomy AG, mit einem Gesamtumsatz von 6,1 Milliarden Euro, gefolgt von der Verbundgruppe Expert mit 4,0 Milliarden Euro. An dritter Stelle steht die zur Ceconomy AG gehörende Schwestermarke von Media Markt, Saturn, mit einem Umsatz von 3,5 Milliarden Euro. Mit IQ Telering, EP, Medimax und Media@Home sind weitere Verbundgruppen in der Branche unter den Top 10 präsent.

Unter den umsatzstärksten Online-Shops für Unterhaltungselektronik finden sich sowohl klassische Händlershops, als auch die direkten Online-Präsenzen der Hersteller. Mit Apple und Medion finden sich direkt zwei Hersteller unter den Top-Ten des Segments. Apple.com/de liegt mit 486,4 Millionen Euro Umsatz auf Platz 7 und Medion.com/de mit 146,9 Millionen Euro auf Rang 10.

Den Hersteller-Shops gegenüber stehen mit Mediamarkt.de und Saturn.de zwei Shops im stationären Handel verwurzelter Unternehmen, die mit starken Wachstumsraten ihre Stellung im Vergleich zum Vorjahr ausbauen konnten. Mediamarkt.de liegt mit 987,7 Millionen Euro erstmalig auf Rang 1, vor Notebooksbilliger.de (878,5 Millionen Euro) und Cyberport.de (554,7 Millionen Euro). Saturn.de findet sich mit 546,2 Millionen Euro auf Platz 4. Hinter der Tochter der MediaSaturn Retail Group steht auf Platz 6 Conrad.de mit 509 Millionen Euro.

Es ist anzumerken, dass die Rankings der umsatzstärksten Online-Shops für Unterhaltungselektronik und elektrische Haushaltsgeräte ausschließlich die Online-Anbieter mit dem Umsatzschwerpunkt im jeweiligen Segment berücksichtigt. Aus diesem Grund sind Online-Generalisten wie Amazon.de und Otto.de, die auch im jeweiligen Hauptsegment tätig sind, in den beiden Rankings nicht aufgeführt.

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