Top 10 der umsatzstärksten Vertriebslinien im stationären Einzelhandel in Frankreich 2025

Top 10 der umsatzstärksten Vertriebslinien im stationären Einzelhandel in Frankreich 2025

Erklärtext

Die zehn umsatzstärksten stationären Vertriebslinien in Frankreich erwirtschafteten 2025 zusammen über 225 Milliarden Euro. Übernahmen, Kraftstoffpreise und die Expansion des Nonfood-Discounters Action prägen das Ranking.

E. Leclerc, Intermarché und Super U führen 2025 das Ranking der zehn umsatzstärksten stationären Vertriebslinien im französischen Einzelhandel an. Das zeigt das vom Fachmagazin LSA veröffentlichte Ranking, das Bruttoumsätze inklusive Tankstellenumsatz der 100 größten Händler in Frankreich für das Geschäftsjahr 2025 erfasst. Neu in den Top 10 ist der Nonfood-Discounter Action, der Aldi aus dem Kreis der zehn umsatzstärksten stationären Vertriebslinien verdrängt.

Top 100 überschreiten 400-Milliarden-Schwelle

Die 100 größten Händler in Frankreich – darunter stationäre Anbieter und E-Commerce-Plattformen – erzielten 2025 einen kumulierten Bruttoumsatz von 413,1 Milliarden Euro, dies entspricht einem Anstieg von 4,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit überschreitet das Feld erstmals die Marke von 400 Milliarden Euro. Von den 100 erfassten Vertriebslinien verzeichneten 73 ein Umsatzwachstum (2024: 69), während 26 Rückgänge auswiesen (2024: 35). Knapp ein Viertel der Top 100 sind Lebensmitteleinzelhändler. Die insgesamt 22 im Ranking vertretenen Lebensmitteleinzelhändler bauten ihren kumulierten Umsatz 2025 gegenüber dem Vorjahr um 3,8 Prozent auf 251,3 Milliarden Euro aus. Laut LSA ist ein erheblicher Teil dieses Wachstums auf gestiegene Kraftstoffpreise zurückzuführen. 

Unter den Top 10 des Gesamtrankings, das neben stationären Vertriebslinien auch Amazon einschließt, finden sich neben dem Online-Händler und dem Baumarktbetreiber Leroy Merlin insgesamt acht Lebensmittelhändler. Betrachtet man ausschließlich den stationären Einzelhandel, rückt der niederländische Nonfood-Discounter Action auf Platz 10 vor. Die Dominanz des Lebensmitteleinzelhandels bleibt auch in dieser Betrachtung bestehen.

E. Leclerc verteidigt Spitzenposition

Auffällig ist die Dominanz der Verbundgruppen. Die drei Podiumsplätze belegen Vertriebslinien der Verbundgruppen E. Leclerc, Les Mousquetaires und Coopérative U. E. Leclerc behauptet mit einem Bruttoumsatz von 62,9 Milliarden Euro die Spitzenposition im stationären Einzelhandel in Frankreich (+4,8 Prozent gegenüber 2024). Der Treibstoffabsatz spielte dabei eine wesentliche Rolle: Die Kraftstoffumsätze des Verbunds stiegen laut LSA um rund 2 Milliarden Euro von 10,1 auf 11,8 Milliarden Euro und machten damit knapp 20 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Ohne Kraftstoffe lag das organische Wachstum bei 2,4 Prozent. 

Intermarché folgt auf Rang 2 mit 43,8 Milliarden Euro (+3,3 Prozent). Der Mousquetaires-Verbund profitierte dabei von der Übernahme von rund 300 ehemaligen Casino-Märkten in den Jahren 2023 und 2024. Rang 3 belegt Super U mit einem Bruttoumsatz von 24,7 Milliarden Euro (+1,9 Prozent); das Filialnetz wuchs um 35 Standorte auf 814 Verkaufsstellen. 

Die im März 2024 angekündigte Kooperation der Handelsgenossenschaft Coopérative U mit der burgundischen Schiever-Gruppe wurde ab März 2025 schrittweise umgesetzt. Schiever beendete seine langjährige Partnerschaft mit der Auchan-Gruppe und stellt seine Märkte sukzessive auf die Formate Hyper U, Super U und U Express um. Im Verlauf des Jahres 2025 wechselten 53 Schiever-Standorte unter das U-Dach. Bis 2027 sollen insgesamt 183 Märkte in die Kooperation eingegliedert werden.

Carrefour wächst durch Übernahmen

Carrefour ist im Ranking mit drei Vertriebslinien vertreten. Die stärkste Wachstumsdynamik zeigt die Hypermarktsparte (Rang 4, 23,0 Milliarden Euro, +6,7 Prozent). Das Wachstum ist wesentlich auf die Integration der Cora- und Match-Geschäfte zurückzuführen, die Carrefour von der belgischen Handelsgruppe Louis Delhaize zum 1. Juli 2024 übernommen hatte. Die Supermärkte Carrefour Market und die Nachbarschaftsgeschäfte Carrefour Proxi belegen jeweils Rang 6 und Rang 9 mit einem Bruttoumsatz von 15,1 Milliarden Euro bzw. 8,2 Milliarden Euro. Carrefour Proxi verzeichnete mit 300 Neueröffnungen den stärksten absoluten Filialzuwachs unter den Top-10-Vertriebslinien; das Netz umfasst nun 5.084 Standorte.

Lidl stagniert, Auchan reduziert Fläche

Lidl (Rang 5) erreicht 2025 laut LSA-Schätzung erstmals die Schwelle von 18 Milliarden Euro, ein Plus von 1,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Filialnetz wuchs um 20 Neueröffnungen auf 1.624 Standorte. Auchan (Rang 7) ist die einzige Vertriebslinie in den Top 10 mit einem Umsatzrückgang: Der Bruttoumsatz sank laut LSA-Schätzung um 0,3 Prozent auf 13,4 Milliarden Euro, die Verkaufsfläche verringerte sich um 20,8 Prozent auf rund 1,2 Millionen Quadratmeter. Die zur Adeo-Gruppe gehörende Baumarktkette Leroy Merlin (Rang 8, 9,8 Milliarden Euro, +2,1 Prozent) ist eine von insgesamt zwei Nonfood-Vertriebslinien unter den Top 10 und hält ihr Filialnetz stabil bei 145 Standorten.

Action rückt neu in die Top 10 vor

Neu unter den zehn umsatzstärksten stationären Vertriebslinien ist der niederländische Nonfood-Discounter Action (Rang 10). Mit einem Bruttoumsatz von 6,9 Milliarden Euro und einem Wachstum von 12,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr verzeichnete Action das höchste Umsatzwachstum der Top-10-Vertriebslinien im französischen Einzelhandel. Das Filialnetz wuchs um 55 Neueröffnungen auf 914 Standorte. Damit verdrängt Action den Lebensmitteldiscounter Aldi aus dem Kreis der Top 10. Laut LSA könnte Action bei anhaltend zweistelligem Wachstum mittelfristig weiter in der Rangliste aufsteigen.

Das EHI hat eine weitere Sonderauswertung zum Top-100-Ranking durchgeführt und dabei die Top-14-Online-Händler genauer betrachtet. Eine detaillierte Analyse des Rankings wird auf stores+shops veröffentlicht.