Rossmann und dm-drogerie markt: Die wichtigsten Kennzahlen im Vergleich

Infografik: Kennzahlen der Drogeriemärkte Rossmann und dm-drogerie markt im Vergleich

Erklärtext

Drogerien zählen in Deutschland zu den systemrelevanten Unternehmen und durften als solche ihre Geschäfte auch in Lockdown-Zeiten öffnen. Die Auswirkungen der Krise haben die Top-Player der Branche, Rossmann und dm-drogerie markt aber dennoch gespürt, vor allem in den Innenstädten.

Gemessen am Umsatz hält dm-drogerie markt die Marktführerschaft in Deutschland. Im Jahr 1973 von Prof. Götz W. Werner gegründet, gehört dm heute zu den größten Drogeriemarktketten in Europa. Im Geschäftsjahr 2019/2020 (1. Oktober 2019 bis zum 30. September 2020) konnte der Konzern mit 3.765 Filialen in 13 europäischen Ländern einen Bruttoumsatz von 11,52 Milliarden Euro erzielen.

Corona-Krise bremst das Wachstum

In Deutschland setzte dm 8,54 Milliarden Euro um, was einem Wachstum von 2,1 Prozent zum Vorjahr entspricht. Das Unternehmen gab die Senkung der Mehrwertsteuer an seine Kunden weiter. Ohne den Sondereffekt hätte der Bruttoumsatz im Heimatmarkt um rund 3,0 Prozent zugelegt. Das Umsatzwachstum verlor im Zuge der Corona-Pandemie an Dynamik – Im Vorjahr lag der Umsatzzuwachs in Deutschland noch bei 4,6 Prozent.

Eine dynamische Entwicklung erfuhr die Drogeriemarktkette dagegen mit seinem Online-Shop dm.de. Durchschnittlich 500.000 Kunden besuchten täglich die Website. Nach Unternehmensangaben hat sich der E-Commerce-Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr verdoppelt, rund die Hälfte der Online-Umsätze entfielen auf Bestellungen über die App „Mein dm-App“.

Auch im Ausland verlangsamte sich das Wachstum. Die Umsätze in den weiteren zwölf Präsenzmärkten erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahr um 5,3 Prozent auf 2,98 Milliarden Euro. In den vorangegangenen Jahren lagen die Wachstumsraten bei 8 bis 9 Prozent.

Europaweit beschäftigte der Konzern zum 30. September 2020 insgesamt 62.600 Mitarbeiter, davon 40.436 in Deutschland.

Rossmann steigert Umsatz

Zweitstärkste Drogeriemarktkette in Deutschland ist Rossmann. 1972 öffnete Dirk Roßmann den ersten „Markt für Drogeriewaren“ in Hannover. Laut Angaben des Unternehmens handelt es sich dabei um den ersten Drogerie-Discountmarkt in Deutschland. Bis heute ist die Dirk Rossmann GmbH ein inhabergeführtes, international agierendes Familienunternehmen und befindet sich mehrheitlich im Besitz der Familie Roßmann. Daneben ist die weltweit tätige A.S. Watson-Gruppe mit 40 Prozent am Unternehmen beteiligt. Firmensitz ist Burgwedel bei Hannover. Inzwischen zählt Rossmann knapp 4.250 Verkaufsstellen in Deutschland und den sieben Auslandsmärkten Polen, Ungarn, Tschechien, Albanien, dem Kosovo, der Türkei und Spanien.

Im Jahr 2020 erzielte die Rossmann-Gruppe einen Bruttoumsatz von 10,35 Milliarden Euro. Stark wachsen konnte das Unternehmen vor allem im Kernmarkt Deutschland. Die insgesamt 2.233 Märkte verzeichneten im Corona-Jahr einen Umsatzzuwachs von 4,7 Prozent auf 7,33 Mrd. Euro (2019: 7 Mrd. Euro). Im Durchschnitt war ein Rossmann-Drogeriemarkt hierzulande 600 Quadratmeter groß und erwirtschaftete einen Jahresumsatz von 3,3 Millionen Euro.

Die internationalen Standorte waren im Pandemiejahr 2020 unterschiedlich stark von Filialschließungen betroffen, so bremste u. a. ein härterer Lockdown in Osteuropa das Wachstum aus. Mit einem Jahresumsatz von 3,06 Mrd. Euro erzielten die Auslandsgesellschaften ein Plus von 2 Prozent gegenüber dem Berichtsjahr 2019 (3 Mrd. Euro). Damit steuern sie 30 Prozent zum gesamten Konzernumsatz bei. Im Jahr 2020 beschäftigte die Drogeriemarktkette in den Auslandsmärkten 22.300 Mitarbeiter, in Deutschland waren es rund 34.000.

Pandemie verändert das Kundenverhalten

Beide Unternehmen berichten, die Auswirkungen der Corona-Pandemie zu spüren. Im Zuge der mit der Krise einhergehenden Kontaktbeschränkungen stellte die Drogeriemarktkette dm fest, dass sich die Einkaufsgewohnheiten vieler Kunden verändert hat. Weil viele im Homeoffice arbeiten, benötigen sie weniger Beauty-Produkte. Und weil sie nicht mehr zur Arbeit pendeln, erledigen sie ihre Einkäufe anders und an anderen Orten.

In den Innenstädten und an Bahnhöfen ist die Kundenfrequenz rückläufig. Die Menschen gehen seltener einkaufen, kaufen dafür aber größere Warenkörbe und sie shoppen vermehrt online. Eine Entwicklung, die auch Rossmann feststellen konnte: In den Innenstädten stellt der Drogeriemarkt eine Umsatzverschiebung fest. Anstelle von Filialen in Fußgängerzonen und Bahnhöfen sind aktuell Fachmarktzentren außerhalb der Städte durch eine hohe Kundenfrequenz gekennzeichnet. Laut Ergebnissen der GFK waren für Kund:innen, die Home-/Bodycare-Produkte kauften, die Drogeriemärkte auch in der Pandemie vielfach aber noch die erste Einkaufsstätte.