Quick Commerce

Quick Commerce ist ein relativ neues Geschäftsmodell im E-Commerce, das eine sehr schnelle Zustellung der bestellten Ware, meist innerhalb einer Stunde oder sogar bis zu 10 Minuten verspricht. Zu den charakteristischen Merkmalen des Liefermodells zählen der Fokus auf Innenstadtlagen in Großstädten, die Nutzung zentral verorteter Lagerhäuser und der Einsatz von Kurieren, die mit (E-)Fahrrädern, Rollern oder anderen Transportmitteln für eine schnelle Lieferung der Bestellung zu den Kund:innen sorgen.

 

Quick Commerce in Deutschland

Quick Commerce ist ein relativ neues Geschäftsmodell im E-Commerce, das eine sehr schnelle Zustellung der bestellten Ware, meist innerhalb einer Stunde oder sogar bis zu 10 Minuten verspricht. Zu den charakteristischen Merkmalen des Liefermodells zählen der Fokus auf Innenstadtlagen in Großstädten, die Nutzung zentral verorteter Lagerhäuser und der Einsatz von Kurieren, die mit (E-)Fahrrädern, Rollern oder anderen Transportmitteln für eine schnelle Lieferung der Bestellung zu den Kund:innen sorgen.

Das Geschäftsmodell Quick-Commerce scheint eine logische Folge jüngster Entwicklungen zu sein. Während der Corona-Pandemie in den Jahren 2020 und 2021 veränderten die deutschen Verbraucher:innen ihr Konsumverhalten und lernten den Komfort des Online-Shoppings schätzen, so auch beim Einkauf von Produkten des täglichen Bedarfs. Aus Angst vor einer Infektion mieden viele Menschen den Gang zum Supermarkt und bestellten Lebensmittel vermehrt online. Außerdem veränderten sich durch die Lockdowns die Rahmenbedingungen. In Zeiten von Homeoffice und Homeschooling blieben Versorgungseinrichtungen wie Mensen und Kantinen zu. Davon profitierten Lieferdienste. Mittel- bis langfristig sprechen aber auch, unabhängig von der weiteren Entwicklung der Pandemie, viele Aspekte für einen Fortgang des Liefertrends wie die Praktikabilität und die Bequemlichkeit im Alltag oder die Gewöhnung.

Spontane Bedarfskäufe im Blickfeld

Während andere E-Food-Konzepte eher den Wocheneinkauf im Blick haben, setzen Quick-Commerce-Anbieter auf den kurzfristigen Bedarfskauf und das Bequemlichkeitsbedürfnis der Verbraucher:innen. Nach einer Appino-Verbraucherumfrage unter Nutzer:innen von E-Food-Angeboten nennen 31 Prozent „Faulheit/Bequemlichkeit“ als Grund für einen Lebensmitteleinkauf im Internet, 16 Prozent geben an, die Online-Bestellung für den spontanen Einkauf, z. B. von fehlenden Kochzutaten, zu nutzen.

Das Coronajahr 2020 markiert den Start vieler Schnelllieferdienste auf dem deutschen Markt. Zu den Anbietern gehört das Ende 2020 gegründete Berliner Unternehmen Flink. Hierzulande beliefert es inzwischen 43 Städte. Kund:innen geben ihre Lebensmittelbestellung über die Flink-App auf, die Bearbeitung wird den Angestellten im nächstgelegenen Lager in Auftrag gegeben, sie packen die Ware ein und übergeben sie den Kurieren, die sie dann möglichst innerhalb der versprochenen Lieferzeit mit E-Bike oder E-Scooter an die Haustür der Kundschaft bringen. Andere Start-Up-Unternehmen, wie Gorillas oder Getir, die wie Flink seit kurzem in Deutschland aktiv sind, verfahren ähnlich.

Zentrale Lager, kleine Sortimente

Um die Zuverlässigkeit der Expresslieferungen zu gewährleisten, braucht es im Liefergebiet ein dichtes Netz an Lagern. Im Vergleich zu den großen Sortimenten von klassischeren Online-Supermärkten oder Multichannel-Anbietern, wie zum Beispiel Rewe mit seinem Online-Shop shop.rewe.de, sind die Lager der Quick-Commerce-Lieferdienste nicht so üppig ausgestattet – auch aus Kostengründen. Ein kleineres Sortiment braucht weniger Platz und erleichtert die kostengünstigere Standortwahl in den Innenstadtlagen. Nach Unternehmensangaben bietet Flink Kund:innen ein Sortiment von durchschnittlich 2.400 Produkten. Das Sortiment von Gorillas umfasst bis zu 2.000 Produkte, ebenso das von Getir. Bei einer Bestellung fällt in der Regel eine kleine Liefergebühr, die jedoch meist unter 2 Euro liegt – Getir verzichtet sogar ganz auf eine Gebühr.

Quick-Commerce noch nicht profitabel

Der Quick Commerce in Deutschland ist in seiner aktuellen Form noch nicht profitabel, wie eine Untersuchung der HHL Leipzig zeigt. Die durchschnittlichen Kosten für Quick-Commerce-Lieferungen liegen bei 6,80 Euro. Dabei werden nur Kosten für den reinen Liefervorgang betrachtet. Die vorgelagerten Kosten für Lagerung, Marketing, Verwaltung und weitere Posten sind hier noch nicht enthalten. Bei einem durchschnittlichen Ertrag von 5,18 Euro pro Lieferung ergibt das einen operativen Verlust von 1,63 Euro je Lieferung. Gegenwärtig drängen weiterhin viele neue Anbieter auf den Markt. In der Zukunft dürfte eine Marktkonsolidierung stattfinden. Ebenfalls erweist sich eine Anpassung des Geschäftsmodells als erforderlich, um die Rentabilität zu gewährleisten und die Kosteneffizienz zu steigern.

 

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