Nettoumsatz im Einzelhandel im engeren Sinne in Deutschland in den Jahren 2015 bis 2025 mit Prognose für 2026 (in Milliarden Euro)

Lesehilfe

Ausblick 2026 für den Einzelhandel bleibt verhalten

Der deutsche Einzelhandel im engeren Sinne steigerte seinen Nettoumsatz im Geschäftsjahr 2025 um 3,0 Prozent. Für 2026 erwartet der Handelsverband Deutschland (HDE) ein geringeres Wachstum. Der Online-Handel soll erneut stärker zulegen als der stationäre Einzelhandel.

2025: Moderates Umsatzplus im deutschen Einzelhandel

Nach HDE-Berechnungen erzielten die Unternehmen des Einzelhandels im engeren Sinne im Geschäftsjahr 2025 einen Nettoumsatz von 683,7 Milliarden Euro. Gegenüber dem Vorjahreswert von 663,8 Milliarden Euro entspricht dies einem nominalen Umsatzwachstum von 3,0 Prozent, preisbereinigt stiegen die Umsätze um 1,5 Prozent. Trotz des Wachstums blieb die Stimmung im Einzelhandel angesichts anhaltend schwieriger Rahmenbedingungen verhalten. Gesamtwirtschaftlich trat Deutschland 2025 weitgehend auf der Stelle. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs preisbereinigt lediglich um 0,2 Prozent. Gestützt wurde der Handel von den privaten Konsumausgaben, die laut Berechnungen des Statistischen Bundesamtes real um 1,3 Prozent zulegten.

Der stationäre Einzelhandel steigerte seinen Nettoumsatz im Jahr 2025 gegenüber dem Vorjahr nominal um 2,9 Prozent auf 591,4 Milliarden Euro; preisbereinigt betrug das Wachstum 1,2 Prozent. Der Umsatz im B2C-E-Commerce stieg laut HDE-Berechnungen auf Basis von Daten des Statistischen Bundesamtes auf 92,3 Milliarden Euro. Das entspricht einem nominalen Anstieg von 3,9 Prozent bzw. einem realen Umsatzplus von 3,0 Prozent. Der Online-Handel entwickelte sich damit deutlich dynamischer als der Gesamtmarkt und festigte seine Rolle als Wachstumssegment.

Umsatzprognose für 2026

Auch im Jahr 2026 bewegt sich der Einzelhandel in einem herausfordernden Umfeld. Die Unternehmen berichten von steigenden Kosten, insbesondere für Energie, Personal und Wareneinkauf, sowie von hohen bürokratischen Belastungen. Nach der HDE-Konjunkturumfrage vom Sommer 2026 unter 600 Unternehmen bewerten 42 Prozent der befragten Händler ihre aktuelle Geschäftslage als schlecht. Bei fast zwei Dritteln der Befragten (63 Prozent) hat sich die Geschäftslage im ersten Halbjahr gegenüber dem Vorjahreszeitraum verschlechtert. Vor einem Jahr lag dieser Anteil noch bei 51 Prozent. Die Folge sind häufig rückläufige Gewinne: 69 Prozent der Befragten berichten von gesunkenen Gewinnen gegenüber dem Vorjahr.

Für das laufende Jahr erwartet der HDE ein nominales Umsatzplus von 2,0 Prozent; preisbereinigt entspricht das einem Zuwachs von 0,5 Prozent. Der Gesamtumsatz würde damit auf 697,4 Milliarden Euro steigen. Seine bereits zu Jahresbeginn veröffentlichte Prognose bestätigte der HDE im Juli. Wachstumstreiber bleibt der Online-Handel. Hier rechnet der HDE mit einem nominalen Anstieg um 4,3 Prozent auf 96,3 Milliarden Euro, real mit einem Plus von 3,5 Prozent. Für den stationären Einzelhandel prognostiziert der Verband ein nominales Wachstum von 1,6 Prozent auf 601,1 Milliarden Euro. Preisbereinigt entspricht dies einer Stagnation auf Vorjahresniveau.

Ausblick

Die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen bleiben 2026 verhalten. Nach der Herbstprojektion der Bundesregierung vom Oktober 2026 dürfte die Wirtschaftsleistung mit preisbereinigt 1,3 Prozent zwar deutlich stärker wachsen als im Vorjahr (+0,2 Prozent), der private Konsum soll jedoch real nur um 0,3 Prozent zulegen – zu wenig für eine spürbare Belebung im Einzelhandel. Die verfügbaren Einkommen der Privathaushalte steigen mit 3,0 Prozent zwar etwas stärker als die Verbraucherpreise (+2,7 Prozent). Dennoch dürfte sich der Konsum zunächst nur verhalten erholen. Der HDE verweist dabei auf die Folgen des Irankriegs, der die ohnehin schwächelnde Konsumstimmung weiter negativ beeinflussen könnte. Die Sparquote der privaten Haushalte verharrt laut Herbstprojektion auf dem Vorjahresniveau von 10,1 Prozent. Als wesentliche Risiken für die Umsatzentwicklung im Einzelhandel nennt der HDE neben den anhaltenden geopolitischen Konflikten unter anderem die US-Außenpolitik, den intensiven Wettbewerb mit asiatischen Plattformhändlern, den hohen Kostendruck durch Energie und Beschäftigung sowie Überregulierung und Bürokratie.

Informationen zur Statistik

Erhebung

  • Erhebung durch:
    Statistisches Bundesamt; Berechnungen des Handelsverbands Deutschland (HDE)
  • Erhebungszeitraum:
    2015-2025
  • Region:
    Deutschland
  • Besondere Eigenschaften:
    * Prognosen.
    Basis = Einzelhandelsumsatz im engeren Sinne (Einzelhandel ohne Kfz-Handel, Tankstellen, Handel mit Brennstoffen sowie Apotheken); teilweise vorläufige Werte.
    Stand: September 2026.

Veröffentlichung

Inhalte im Tarif Business XL sichtbar. Jetzt einloggen oder informieren

Downloads