
Erklärtext
Baumärkte in Deutschland: Umsatz 2025 erneut im Minus
Die Baumarktbranche schließt 2025 mit einem Umsatzminus von 1,6 Prozent ab – und verliert damit das dritte Jahr in Folge. Erste Signale deuten auf eine Trendwende hin.
Der Handelsverband Heimwerken, Bauen und Garten e. V. (BHB) hat auf seiner Jahrespressekonferenz im Rahmen der Eisenwarenmesse in Köln die Branchenzahlen für das Geschäftsjahr 2025 vorgelegt. Der Gesamtbruttoumsatz der Bau- und Heimwerkermärkte in Deutschland sank gegenüber dem Vorjahr um 1,6 Prozent auf rund 20,6 Milliarden Euro. Damit setzt sich die rückläufige Entwicklung fort, die bereits 2023 (-3,1 Prozent) und 2024 (-1,5 Prozent) das Branchenbild geprägt hatte.
Konsumzurückhaltung als zentraler Belastungsfaktor
Als Hauptursache für den erneuten Umsatzrückgang nennt der BHB die anhaltende Zurückhaltung der Verbraucher:innen bei investiven Ausgaben. Budgets flossen verstärkt in Urlaub, Freizeitaktivitäten und Gastronomie. Hinzu kamen globale politische Unsicherheiten sowie ein nach Einschätzung des BHB unzureichendes wirtschaftspolitisches Reformtempo. Wettereinflüsse, die in der Branche erfahrungsgemäß erhebliche Auswirkungen haben, blieben 2025 nach Verbandsangaben im Normalbereich und setzten weder positive noch negative Akzente.
Ein Blick auf die monatliche Umsatzentwicklung (Quelle: GfK Total Store Report Deutschland 2025, Stand Februar 2026) zeigt das volatile Jahresbild: Besonders schwach war der Februar mit -10,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Positive Ausreißer waren der April (+3,0 Prozent) sowie der Dezember (+4,7 Prozent), der nach BHB-Einschätzung eine mögliche Stimmungswende signalisiert.
Sortimente: Nur drei Kategorien im Plus
Die Sortimentsentwicklung spiegelt die Verbraucherstimmung wider. Die stärksten Rückgänge verzeichneten Wohnen/Dekoration (-6,2 Prozent), Fliesen (-5,0 Prozent), „Lebend Grün“ (-4,9 Prozent) und Gartengeräte/Be- und Entwässerung sowie Haushaltswaren (jeweils -4,1 Prozent). Die positive Entwicklung in der Warengruppe Wand/Boden (+1,7 Prozent) zeigt, dass die Sanierungs- und Renovierungstätigkeit nicht vollständig zum Erliegen kam. Über das Gesamtjahr blieben darüber hinaus nur noch die Sortimente Technik/Büro/Unterhaltung (+0,1 Prozent), Holz (+0,5 Prozent) und Gartenausstattung (+0,6 Prozent) im Plus.
Standorte und Flächen: Konsolidierung beschleunigt sich
Die Anzahl der Baumärkte in Deutschland sank 2025 laut Gemaba (Gesellschaft für Markt- und Betriebsanalyse mbH) deutlicher als in den Vorjahren: 26 Standorte schlossen, womit der Bestand zum Jahresanfang 2026 auf 2.004 Betriebe fiel. Innerhalb der letzten zehn Jahre ging die Standortzahl damit um 114 zurück. Die gewichtete Gesamtverkaufsfläche verringerte sich 2025 um 170.000 Quadratmeter auf rund 13 Millionen Quadratmeter. Bereits angekündigte weitere Schließungen lassen laut Gemaba erwarten, dass die 2.000er-Marke im Laufe des Jahres 2026 erstmals seit 1993 unterschritten wird.
Ausblick
Der BHB rechnet für 2026 mit einem leichten Plus beim Umsatz der Baumarktbranche (ein bis zwei Prozent über der Inflation), gestützt auf den deutlichen Anstieg von Baugenehmigungen – nach Verbandsangaben hat Destatis für 2025 einen Anstieg um rund 6,5 Prozent ausgewiesen, was zu mindestens rund 150.000 neuen Wohneinheiten führen soll – sowie auf geplante Investitionspakete der Bundesregierung. Spürbare Effekte auf die Branche werden nach BHB-Einschätzung allerdings frühestens ab 2027 erwartet.




