Online-Payment

EHI stellt Ergebnisse der Studie „Online-Payment 2022“ vor

Beim Online-Shopping setzt die deutsche Kundschaft immer stärker auf Paypal. Der Online-Bezahldienst hat den Kauf auf Rechnung – die hierzulande seit Jahren führende Zahlungsart – im Jahr 2021 bei den Umsatzanteilen im E-Commerce eingeholt. Der starke Aufschwung von Paypal lässt sich vor allem durch das veränderte Zahlungsverhalten der Kundschaft während der Corona-Pandemie erklären. „In der Pandemie ist das Online-Geschäft zum Treiber der Handelszuwächse geworden. Die Umsatzanteile von Handelsunternehmen im E-Commerce liegen mittlerweile je nach Branche bei 30 bis 50 Prozent – Tendenz steigend. Dabei bezahlt die Kundschaft immer öfter mit Paypal“, erklärt Horst Rüter, Leiter Forschungsbereich Zahlungssysteme und Autor der Studie „Online-Payment 2022“.

Immer mehr Paypal im E-Commerce

Die US-Wallet schließt in einem insgesamt stark wachsenden E-Commerce-Markt zu Rechnung/Überweisung auf. Im Jahr 2021 konnte der Payment-Umsatzanteil von 24,9 auf 28,2 Prozent gesteigert werden und liegt nur noch um minimale 0,1 Prozentpunkte hinter der jahrelang führenden Zahlungsart Rechnung/Überweisung. 28,3 Prozent der Online-Käufe wurden 2021 per Rechnung bezahlt. Das sind 2,1 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr. Auf Platz drei der umsatzstärksten Zahlungsarten im E-Commerce lag 2021 das Lastschriftverfahren/Bankeinzug (17,4 Prozent) und auf Platz vier die Kreditkarte (11,4 Prozent).

Gesamtmix aus stationärem und Online-Payment

Aufgrund der zunehmenden Bedeutung des Online-Handels ergeben die stationär und online erzielten Umsatzanteile der Zahlungsarten zusammen in der Hochrechnung für den gesamten Handel* ein neues Bild für 2021. Dafür wurde der stationäre Einzelhandelsumsatz auf 430 Mrd. Euro brutto (Minus von rund 5 Mrd. Euro zu 2020) und der E-Commerce Umsatz auf 100 Mrd. Euro brutto (Plus von rund 20 Mrd. Euro zu 2020) berechnet. In der Gesamtbetrachtung löste der stationäre Marktführer girocard (34,7 Prozent) den Bargeldanteil (31,5 Prozent) ab. Dahinter folgten die Kreditkarte (9,5 Prozent) und das Lastschriftverfahren/Bankeinzug (8,2 Prozent). Paypal kam erstmals mit 5,3 Prozent über die signifikante Fünf-Prozent-Schwelle.

„Buy now, pay later“ im Wartestand

Das in der Payment-Branche aktuell heiß diskutierte Thema „Buy now, pay later“ läuft in Deutschland noch unter dem Radar. Auffällige Steigerungsraten waren zuletzt nicht zu beobachten. Im Gegenteil: Die Umsatzanteile der für das spätere Bezahlen prädestinierten Rechnungs- oder Ratenkäufe sind innerhalb der letzten zwei Jahre zurückgegangen. So büßte der Ratenkauf in dieser Zeit 1,9 Prozentpunkte ein, der Rechnungskauf sogar 4,5 Prozentpunkte. Zulegen konnten stattdessen Paypal (+ 8,0 Prozentpunkte) und die Kreditkarte (+ 0,9 Prozentpunkte), die diesen Service optional anbieten.

Datenbasis

Die Studie „Online-Payment 2022“ wurde zwischen Februar und April 2022 mithilfe einer Online-Erhebung durchgeführt. Das Panel beinhaltet Daten von 118 Onlinehandelsunternehmen (Pureplayer und Omnichannel-Händler) unterschiedlicher Branchen und Umsatzgrößen mit einem Gesamtnettoumsatz in Höhe von 45,2 Mrd. Euro in 2021..

In diesem Jahr wurde der E-Commerce Umsatz 2021 für die Berechnung der Umsatzanteile der Zahlungsarten auf 100 Mrd. Euro geschätzt. Datengrundlage für die Markthochrechnung waren Umsatzangaben von Händlern aus dem EHI-Panel der Online-Payment Studie 2022 und aus der EHI-Studie „E-Commerce-Markt Deutschland 2021“ sowie Daten der Branchen-Verbände bevh und HDE. Der geschätzte E-Commerce Umsatz für 2021 basiert auf Onlineshops, die physische Güter vertreiben (keine digitalen Güter oder Dienstleistungen), ist Retouren bereinigt, exkl. Umsatzsteuer und Marktplatzumsätze oder sonstige betriebliche Erträge des Unternehmens.

Umsatzbasis der EHI-Erhebungen stationär und online 2022, Brutto-Einzelhandelsumsatz i. e. S. stationär = 430 Mrd. Euro, online = 100 Mrd. Euro; Summe = 530 Mrd. Euro.

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