Fairer Handel

Fairer Handel in Deutschland

Im Jahr 2020 wurden in Deutschland 1,8 Milliarden Euro* zu Endverbraucherpreisen mit Produkten aus Fairem Handel umgesetzt. Das entspricht einem Umsatzrückgang von 2,9 Prozent gegenüber 2019. Nach über einem Jahrzehnt im Aufwind war der Umsatz mit fairen Produkten im Geschäftsjahr 2020 infolge der Coronapandemie erstmalig rückläufig. 2021 konnte sich der Faire Handel in Deutschland trotz widriger Rahmenbedingungen erholen. Insgesamt wurden hierzulande mehr als 1,9 Milliarden Euro zu Endverbraucherpreisen für Produkte aus Fairem Handel ausgegeben. Gegenüber dem schwierigen Coronajahr 2020 entspricht dies einem Zuwachs von 7 Prozent. Im Durchschnitt gaben die Verbraucher:innen in Deutschland pro Kopf 23,50 Euro für faire Lebensmittel und Handwerksprodukte aus. 2020 waren es 21,63 Euro.

Mit 1,56 Milliarden Euro machten Produkte mit dem Fairtrade-Produktsiegel sowie den speziellen Fairtrade-Produktsiegeln den Löwenanteil am Fairen Handel aus. Der Verkauf von Faitrade-gesiegelten Produkten trug zu über 80 Prozent des Gesamtumsatzes bei. Besonders dynamisch entwickelte sich der Verkauf von Fairtrade-Rosen und Fairtrade-Tee.

Die anerkannten Fair-Handels-Unternehmen verzeichneten 2021 einen Umsatz von 228 Millionen Euro mit dem Verkauf fair gehandelter Waren. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem beachtlichen Plus von über 10 Prozent. Dies ist vor allem auf höhere Kaffee- und Schokoladenumsätze sowie Steigerungen in den Segmenten „sonstige Lebensmittel“ sowie im Non-Food-Bereich (etwa bei Handwerksprodukten und Textilien) zurückzuführen. Der Anteil von Fair-Handels-Unternehmen am Gesamtumsatz des Fairen Handels in Deutschland belief sich auf fast 12 Prozent.

Mit einem Umsatz von 72 Millionen blieb die wirtschaftliche Situation der Weltläden und Weltgruppen im zweiten Jahr der Pandemie stabil. Im Jahr 2020 hatten sie besonders unter den behördlich angeordneten Ladenschließungen und der schwindenden Zahl an Passanten in den Innenstädten infolge der Pandemie gelitten. Insgesamt gibt es in Deutschland rund 900 Weltläden.

Fairtrade-Umsatz 2021 übersteigt Vor-Corona-Niveau

Anfang Mai 2022 gab Transfair e.V. die aktuellen Fairtrade-Zahlen für das Geschäftsjahr 2021 bekannt. Nach einem schwierigen Jahr 2020 erholte sich 2021 trotz anhaltender Coronapandemie der Absatz von Fairtrade-Produkten in Deutschland. Insgesamt wurden hierzulande 2,1 Milliarden Euro zu Endverbraucherpreisen mit Fairtrade-Produkten umgesetzt. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Umsatzanstieg von 9,0 Prozent. Damit überstieg der Fairtrade-Umsatz 2021 das "Vor-Corona-Niveau" von 2019.

Im Schnitt gaben Verbraucher:innen 25 Euro für Fairtrade-Produkte aus. Angeboten wurden in Supermärkten, Discountern, Drogeriemärkten, in Fachgeschäften, Bioläden und im Online-Handel rund 7.800 Produkte mit Fairtrade-Siegel. Der Anteil der bio-zertifizierten Fairtrade-Lebensmittel ging aufgrund einer Bio-Bananenauslistung von 60 auf 58 Prozent leicht zurück.  

Bananen waren ein sehr beliebtes Fairtrade-Produkt. Allerdings litt der Handel mit dem Obst im vergangenen Jahr unter dem anhaltend intensiven Preiskampf. So verzeichnete der Bananenabsatz 2021 den zweiten Rückgang in Folge. Zusammen mit anderen Südfrüchten wurden 114.076 Tonnen in Deutschland verkauft, drei Prozent weniger als im Vorjahr. Der Umsatz sank ebenfalls um drei Prozent gegenüber dem Vorjahr auf knapp 177 Millionen Euro.

Absatzstark blieb im vergangenen Jahr der Fairtrade-Kaffee. Der Absatz von Röstkaffee mit Fairtrade-Siegel legte um 1,1 Prozent auf über 24,4 Tonnen zu. Trotz Absatzlücken im Außer-Haus-Markt infolge der Lockdownphasen zeigt das Sortiment eine positive Gesamtentwicklung. Der Umsatz stieg um knapp 10 Prozent zum Vorjahr auf 541 Millionen Euro.

Das stärkste Wachstum verzeichnete 2021 der Fairtrade-zertifizierte Reis. Umsatz und Absatz erhöhten sich um 35,3 Prozent.

* Dieser Wert umfasst Produkte mit dem Fairtrade-Produkt-Siegel sowie den speziellen Fairtrade-Produkt-Siegeln (u. a. für Baumwolle und Kosmetik). Als fair gehandelte Produkte erfasst das Forum Fairer Handel Waren, deren Rohstoffe soweit möglich aus Fairem Handel stammen („All that can be must be Fair Trade“). Produkte mit den Fairtrade-Rohstoff-Siegeln sind in dieser Berechnung nicht enthalten.
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