
- Umsatzkennzahlen
- Anzahl der Verkaufsstellen nach Ladenkonzepten
- Verkaufsfläche
- Rankings
Beschreibung
Das Handelsunternehmen Tegut zählt zu den bekanntesten Lebensmittelhändlern in Deutschland – mit einem starken Fokus auf Bio-Produkte, regionale Sortimente und innovative Nahversorgungskonzepte. Es wurde 1947 von Theo Gutberlet in Fulda gegründet und ist seit 2013 Teil der Genossenschaft Migros Zürich (GMZ). Am 11. März 2026 kündigte Migros das Ende der Marke an: Wesentliche Teile des Filialnetzes sollen von Edeka übernommen werden, weitere Standorte gehen voraussichtlich an Rewe. Das Dossier zeigt die wichtigsten Kennzahlen, Strukturen und Konzepte des Unternehmens – von Umsatz und Filialnetz bis zu Bio-Anteil, Vertriebsformaten und Online-Kooperationen.
Hintergrund
Seit der Übernahme durch Migros Zürich im Jahr 2013 erwirtschaftete Tegut kumulierte Verluste von rund 600 Millionen Schweizer Franken. Im Geschäftsjahr 2024 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 1,255 Milliarden Franken (+1 Prozent), wies jedoch einen deutlichen operativen Verlust aus. Im November 2024 leitete Migros umfassende Sanierungsmaßnahmen ein: 120 Stellen wurden gestrichen, mehr als 30 Filialen verkauft, Frischetheken in einem Teil der Märkte geschlossen. Der Druck aus Zürich war eindeutig – bis Ende 2026 müsse Tegut schwarze Zahlen schreiben, sonst sei Schluss.
Trotz eines um mehr als die Hälfte reduzierten operativen Verlustes – laut Migros-Chef Patrik Pörtig zuletzt noch 27,8 Millionen Euro – blieb eine nachhaltige Trendwende aus. Der Umsatz ging 2025 zurück, das Marktumfeld in Deutschland verschärfte sich weiter. Eine umfassende Analyse habe gezeigt, so Migros, dass Tegut „mit der spezifischen Positionierung und der vergleichsweise kleinen Unternehmensgröße langfristig wirtschaftlich nicht zukunftsfähig" sei. Hinzu kamen weitere Abschreibungen in Höhe von 270 Millionen Euro im Jahr 2025, um Buchwerte an die wirtschaftliche Realität anzupassen.
Der Verkauf: Edeka als Hauptkäufer, Rewe als zweiter Abnehmer
Am 11. März 2026 informierte Migros die rund 7.400 Mitarbeitenden in etwa 300 verbleibenden Filialen – noch am selben Morgen, bevor die Öffentlichkeit von der Entscheidung erfuhr. Den größten Teil des Filialportfolios – nach Angaben von Edeka rund 200 Standorte – übernimmt Edeka. Diese sollen den Regionen Hessenring, Südwest, Südbayern und Nordbayern zugeordnet werden. Darüber hinaus gehen das neu errichtete Logistikzentrum in Michelsrombach (Hessen), die Herzberger-Bäckerei sowie die Smart Retail Solutions GmbH – Betreiberin der rund 40 autonomen Teo-Smartstores – an Edeka bzw. die Edeka-Zentrale Hamburg. Rewe verhandelt noch über eine hohe zweistellige Anzahl weiterer Filialen, ohne dabei Zentralfunktionen übernehmen zu müssen. Über den Kaufpreis haben die Parteien Stillschweigen vereinbart. Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Bundeskartellamts.
Die Marke „tegut…" wird nicht weitergeführt und soll voraussichtlich bis spätestens Ende 2026 vollständig verschwinden. Migros zieht sich damit vollständig aus dem deutschen Markt zurück und konzentriert sich künftig ausschließlich auf das Schweizer Kerngeschäft.
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