Agentic Commerce

Rund sechs von zehn Handelsunternehmen beschäftigen sich mit dem Einsatz von Agentic-Commerce-Anwendungen, die Kauf- oder Handelsprozesse weitgehend autonom ausführen oder steuern. Das zeigt die aktuelle EHI-Studie „Agentic Commerce“ im Auftrag von Softserve. Viele Unternehmen suchen noch nach der passenden Strategie, während sie langfristig mit einem deutlichen Einfluss von KI-Agenten auf Kaufentscheidungen und Geschäftsmodelle rechnen.

Agentic Commerce ist im deutschsprachigen Handel angekommen, befindet sich organisatorisch und strategisch jedoch vielfach noch in einer Orientierungsphase. An der Online-Befragung des EHI im Juli und August 2026 nahmen 218 Entscheider:innen aus unterschiedlichen Handelsbranchen teil. 11,6 Prozent der befragten Unternehmen setzten bereits Agentic-Commerce-Anwendungen ein, weitere 48,4 Prozent planen deren Einführung. Bei eigenen kundenorientierten, autonomen Einkaufsagenten ist die Entwicklung ähnlich: 8,5 Prozent nutzen bereits eine entsprechende Lösung, 45,5 Prozent planen dies. Die strategische Ausrichtung ist bei 44,9 Prozent noch nicht entschieden. Gleichzeitig arbeiten 23,6 Prozent bereits mit Dienstleistungsunternehmen zusammen, während 32,4 Prozent eine solche Kooperation planen.

Die Unternehmen verbinden mit eigenen Agenten vor allem wirtschaftliche und kundenbezogene Ziele. Die Steigerung der Conversion und eine stärkere Personalisierung nannten jeweils 69,0 Prozent der Befragten. Für 55,5 Prozent steht außerdem die Verbesserung des Kundenservices im Vordergrund; 55,0 Prozent wollen den Kundenzugang verbessern. Das größte Anwendungspotenzial sehen die Befragten bei der Produktsuche und Beratung: 85,2 Prozent bewerten es als eher groß bis sehr groß. Es folgen Personalisierung mit 81,6 Prozent sowie Marketing und CRM mit 76,0 Prozent. Der Umsetzung stehen nach Einschätzung der Befragten vor allem fehlende Datenqualität und -verfügbarkeit, Datenschutz- und Sicherheitsanforderungen, eine unklare Rechtslage, fehlende Standards sowie die Integration in bestehende IT- und Prozesslandschaften entgegen. Nur gut ein Fünftel hält das eigene Unternehmen personell für ausreichend aufgestellt.

Für die weitere Entwicklung erwarten die Befragten einen wachsenden Einfluss von KI-Agenten auf den Handel. 86,1 Prozent halten es für wahrscheinlich, dass Agenten künftig die Kaufentscheidungen ihrer Kundschaft beeinflussen. Während heute nur 10,4 Prozent Agentic Commerce eine hohe Relevanz für den gesamten Einzelhandel zuschreiben, steigt dieser Anteil in der Einschätzung der Befragten auf 81,3 Prozent in fünf Jahren und 91,1 Prozent in zehn Jahren. Besonders stark wird die Veränderung im Online-Handel erwartet: In fünf Jahren rechnen 85,8 Prozent mit einem starken Einfluss. Für den stationären Einkauf fällt die Einschätzung zurückhaltender aus, liegt aber ebenfalls deutlich über dem heutigen Niveau. Die Ergebnisse sprechen damit für einen schrittweisen Bedeutungszuwachs, bei dem Handelsunternehmen zunächst Datenbasis, Expertise und konkrete Anwendungsfälle aufbauen müssen.

Das Whitepaper ist kostenfrei als Download verfügbar.

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