Verbraucherstimmung im Juni: Hoffnung in Sicht

Verbraucherstimmung: Hoffnung in Sicht

Die Unsicherheit und die Einschränkungen des öffentlichen Lebens in Folge der Corona-Pandemie haben bei deutschen Verbrauchern in den letzten Monaten eine deutliche Wirkung gezeigt. Das HDE-Konsumbarometer fiel im Mai 2020 schließlich auf einen historischen Tiefststand.  Im Juni verbessert sich die Verbraucherstimmung auf niedrigem Niveau. Von einer Trendwende kann allerdings noch nicht gesprochen werden.

Das HDE-Konsumbarometer rutschte zuletzt im Mai 2020 auf 90,53 Punkte ab, dem tiefsten Stand seit Beginn der Erhebung im Oktober 2016. Die leicht gelockerten Einschränkungen des öffentlichen Lebens hellten im Juni schließlich auch die Verbraucherstimmung ein Stück weit auf.  Im Juni 2020 zeigt sich im Vergleich zum Vormonat ein leichter Aufwärtstrend – Der Abwärtstrend der letzten Monate ist gestoppt. Allerdings liegt das Konsumbarometer mit 93,51 Punkten immer noch weit unter dem Vorjahresniveau und stellt den zweitschlechtesten Wert seit Beginn der Befragungen im Oktober 2016 dar. Grund für die positive Entwicklung auf niedrigem Niveau ist, dass die Wirtschaftsaktivität nach dem Shutdown langsam wieder hochgefahren wird.

Die Zunahme auf niedrigem Niveau ist in mehreren Teilindikatoren zu beobachten, so auch in der Anschaffungsneigung: Im Juni steigt der Teilindikator auf 94,53 Punkte leicht an. Dies sind zwar 7,36 Punkte mehr als im Mai 2020, allerdings immer noch gut 9,35 Punkte weniger als im Vorjahresmonat. Sollten sich für die Verbraucher zusätzliche finanzielle Spielräume ergeben, würden diese jedoch nicht nur für den Konsum aufgewendet, sondern auch für Ersparnisse. Die Sparneigung nimmt etwas zu, was sich aufgrund der inversen Bildung des Teilindikators in einem Rückgang des Wertes von 101,13 Punkten im Mai 2020 auf 97,98 Punkten niederschlägt.

Verbraucher blicken etwas optimistischer in die Zukunft

In den letzten zwei Monaten hatten sich die Erwartungen der Verbraucher zur künftigen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung stark eingetrübt. Der Indikator für die Konjunkturerwartungen der Konsumenten lag im Mai nur noch bei 64,17 Punkten. Im Juni steigt der Teilindikator um 11,15 Punkte im Vergleich zum Vormonat und erreicht einen Wert von 75,32 Punkten. Mit den positiveren Konjunkturerwartungen hellen sich auch die Einkommenserwartungen der Verbraucher etwas auf. Sie weisen im Juni einen Wert von 94,74 Punkten auf, dies entspricht einem Plus um 5,5 Punkte im Vergleich zum Vormonat.

Wies die Teuerungsrate in den vergangenen Monaten einen deutlichen Abwärtstrend auf, zeigt sich hingegen in den Erwartungen der Verbraucher zur künftigen Preisentwicklung ein anderes Bild. Sie rechnen in den kommenden Monaten mit einem Anstieg der Verbraucherpreise, was sich aufgrund der inversen Bildung des Indikators in einer abfallenden Kurvenlinie ausdrückt. Der Teilindikator weist im Juni einen Wert von 92,85 Punkten auf, 2,9 Punkte weniger als im Mai 2020. Eine ähnliche Entwicklung zeigt sich bei den Zinserwartungen. Mit 107,45 Punkten erreicht der Teilindikator nahezu das Niveau vom Januar dieses Jahres (Januar 2020: 108,33 Punkte).

Je länger die Einschränkungen des öffentlichen Lebens zur Eindämmung der Pandemie anhalten und je prägnanter die Unsicherheit über die weitere wirtschaftliche Entwicklung wird, desto stärker schlagen diese Effekte auf die Stimmung und das Verbraucherverhalten ein. Aktuell führen die durch die Lockerungsmaßnahmen eingetretenen Verbesserungen zu der Hoffnung, dass die beobachtete Konsumzurückhaltung nicht noch größer wird. Der HDE zeigt sich allerdings mit Hinblick auf die wirtschaftliche Entwicklung in der zweiten Jahreshälfte noch zurückhaltend hinsichtlich einer möglichen Erholung des Konsumbarometers.