Verbraucherstimmung hellt sich weiter auf

Auch im Monat August bleibt die Verbraucherstimmung laut Angaben des HDE nach dem starken Einbruch zu dem Beginn der Corona-Krise auf Erholungskurs, allerdings verlangsamt sich das Tempo des Anstiegs im Vergleich zum Vormonat.

Aktuell erreicht das HDE-Konsumbarometer einen Wert von 98,14 Punkten, was einem Anstieg von 1,8 Punkten zum Vormonat entspricht. Im Juli stieg das Konsumbarometer noch um 2,83 im Vormonatsvergleich. Insgesamt liegt das Konsumbarometer noch immer deutlich unter dem entsprechenden Vorjahreswert von 99,73 Punkten (-1,59 Punkte). Die Erholung der Verbraucherstimmung hält somit weiter an, ohne das Vorkrisen-Niveau zu erreichen. Gleichsam ebbt die Erholungsgeschwindigkeit etwas ab.

Erholungsdynamik lässt nach
Zwar wurde im Zuge des Corona-Konjunkturpakets zum 1. Juli die Mehrwertsteuer in Deutschland gesenkt, allerdings erwartet der HDE zurzeit trotz eines konsumförderlichen Effekts keinen wirklichen Schub für den privaten Konsum. Die Anschaffungsneigung liegt im August bei einem Wert von 97,1 Punkten und somit 0,89 höher als im Vormonat. Im Vorjahr lag der Teilindikator jedoch noch gute 4,24 Punkte höher. Die bessere Konsumlaune spiegelt sich auch in einer rückläufigen Sparneigung der deutschen Verbraucher wider. Der invers gebildete Teilindikator weist im August einen Wert von 100,59 Punkten auf (+1,43 Punkte zum Vormonat). Im Vergleich zum August 2019 entspricht dies einem Plus von 2,71 Punkten.

Konjunkturerwartung der Verbraucher legt zu
Deutsche Verbraucher sind zuversichtlich, dass die konjunkturelle Erholung nach dem Tiefpunkt der Corona-Pandemie bis auf Weiteres anhalten wird. Der Teilindikator steigt im August im Vergleich zum Vormonat um 3,41 Punkte auf einen Wert von nunmehr 87,32 Punkten. Allerdings liegt er immer noch 8,11 Punkte niedriger als im Vorjahresmonat.
Derweil haben sich die Einkommenserwartungen der Verbraucher, anders als im Juni und Juli 2020, nicht Gleichauf mit der Konjunkturerwartung entwickelt: Der Teilindikator liegt mit einem Wert von 96,58 Punkten in etwa auf dem Niveau des Vormonats (-0,29 Punkte) und 5,44 Punkte unter dem Wert von August 2019. Die Situation auf dem Arbeitsmarkt ist zunehmend angespannt, die Verbraucher sorgen sich um ihren Arbeitsplatz und um das eigene Einkommen.

Verbraucher rechnen mit geringerer Inflation
Der Teilindikator „Preiserwartung“ steigt verglichen zum Juli 2020 um gute 8,8 Punkte auf 107,07 Punkte. Aufgrund der inversen Bildung des Teilindikators spricht dies dafür, dass Verbraucher in der nächsten Zeit mit einer geringeren Inflation rechnen. Der ebenfalls invers abgebildete Teilindikator „Zinserwartungen“ hat sich im August im Vormonatsvergleich um 0,92 Punkte auf insgesamt 105,71 Punkte verringert. Somit haben sich die Zinserwartungen der Verbraucher ebenso wie im Juli leicht erhöht.

Vorkrisen-Niveau noch nicht absehbar
Die Wirtschaft befindet sich seit dem Tiefpunkt der Rezession der deutschen Volkswirtschaft im zweiten Quartal 2020 auf einem langsamen Weg der Erholung. Es ist derzeit noch nicht abzusehen, wann das Vorkrisen-Niveau wieder erreicht ist und wie sich konsumfördernde Maßnahmen wie die Mehrwertsteuersenkung auswirken werden, so Aussage des HDE.

Das monatlich erscheinende HDE-Konsumbarometer basiert auf einer Verbraucherbefragung, die das Marktforschungsinstitut YouGov monatlich unter 2.000 Personen durchführt. Konkret stützt sich das Barometer auf sechs Fragen, durch die Erwartungen der Konsumenten zur Entwicklung der Anschaffungs- und Sparneigung, der Einkommensentwicklung, der Konjunkturentwicklung sowie der Entwicklung des Zins- und Preisniveaus erhoben werden. Es bildet nicht das aktuelle Verbraucherverhalten ab, sondern die erwartete Stimmung in den kommenden drei Monaten.