Trend zum Online-Kauf beschert Zalando kräftigen Wachstumsschub

Zalando

Der Online-Modehändler Zalando legt im dritten Quartal 2020 sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn stark zu. Das Berliner Unternehmen profitiert in der Corona-Krise von der gestiegenen Nachfrage im Online-Handel.

Im Zeitraum von April bis Juni 2020 steigerte Zalando den Umsatz um 21,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 1,85 Milliarden Euro. Das Bruttowarenvolumen (Gross Merchandise Volume, kurz GMV) legte um 29,9 Prozent auf 2,46 Milliarden Euro zu. Das Unternehmen führt das kräftige Wachstum im dritten Quartal auf die schnell gestiegene Nachfrage von Kunden nach digitalen Angeboten im Zuge der Covid-19 Pandemie zurück. Insbesondere das Partnerprogramm und die Zalando Lounge erfreuten sich eines gestiegenen Zuspruchs der Verbraucher. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verdoppelte sich das Volumen des Partnerprogramms. Die Zalando Lounge wuchs um mehr als 50 Prozent.

Mehr Kunden, mehr Bestellungen
Die Anzahl neuer Kunden stieg weiterhin sehr stark. Zum 30. September 2020 zählte der Versender europaweit 35,6 Millionen aktive Kunden, dies entspricht 20,7 Prozent mehr als vor einem Jahr (29,5 Millionen aktive Kunden zum 30. September 2019). Die steigende Anzahl aktiver Kunden führte zu einer höheren Anzahl der Bestellungen. Im dritten Quartal stiegen sie um 26,7 Prozent auf 44 Millionen. Im Durchschnitt kaufte jeder Zalando-Kunde 4,8 Produkte pro Bestellung ein und gab jeweils 57,20 Euro aus. Die Zahl der Seitenaufrufe des Online-Portals erhöhte sich im dritten Quartal 2020 um 26,8 Prozent rund 1,269 Milliarden, 87,2 Prozent davon fanden auf mobilen Endgeräten statt.

Gewinn im dritten Quartal
Das hohe Umsatzplus und Effizienzsteigerungen in der Logistik führten zu einer höheren Profitabilität im dritten Quartal. Hinzu kam ein positiver Sondereffekt: Infolge des außergewöhnlich starken Abverkaufs der Frühjahr-/Sommer-Artikel konnte Zalando Wertberichtigungen auf den Warenbestand in Höhe von 35 Millionen Euro auflösen. Das um Aufwendungen für anteilsbasierte Vergütungen bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) stieg im dritten Quartal 2020 deutlich auf 118,2 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum: 6,3 Millionen Euro). Unter dem Strich konnte Zalando das dritte Quartal mit einem Überschuss in Höhe von 58,5 Millionen Euro abschließen. In den letzten drei Jahren hatte das Unternehmen im dritten Quartal Verluste ausgewiesen.

Verdreifachung der Connected-Retail-Partner geplant
Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie und möglichen Lockdowns will Zalando sein Partnerprogramm Connected Retail ausbauen. Bei diesem Modell können Marken und stationäre Händler ihr Internet-Geschäft über die Online-Plattform Zalandos abwickeln. Angesichts der problematischen Lage im Einzelhandel verkündet Zalando, bis zum Ende des ersten Quartals 2021 auf alle Provisionen von Partner-Anbietern im Rahmen seines Connected-Retail-Programms zu verzichten. Zudem bietet der Online-Händler den betreffenden Partnern vorzeitige Auszahlungen an, um deren Liquidität zu unterstützen.
Das Connected-Retail-Programm umfasst heute rund 2.000 aktive Partner. Im kommenden Jahr will Zalando die Zahl der angebundenen Geschäfte europaweit verdreifachen. Zum 1. November wird das Connected Retail-Programm auf Norwegen, Dänemark und Finnland ausgeweitet. Österreich, Schweiz, Frankreich, Italien und Belgien sollen 2021 folgen.

Jahresprognose angehoben
Aufgrund der starken finanziellen Performance hat Zalando Anfang Oktober die Prognose für das Gesamtjahr 2020 angehoben. Das Unternehmen rechnet in diesem Jahr mit einem Wachstum des Bruttowarenvolumens (Gross Merchandise Volume, GMV) von 25 bis 27 Prozent, einem Umsatzwachstum von 20 bis 22 Prozent, sowie einem bereinigten EBIT zwischen 375 und 425 Millionen Euro.

Weitere Informationen und Statistiken zu Zalando finden Sie in unserem Unternehmensporträt.