Top-1.000-Online-Shops in Deutschland: Wachstum vor allem in der Spitze

Der deutsche E-Commerce-Markt wächst weiterhin konstant, allerdings bleibt die Zuwachsrate unter dem zweistelligen Wachstumsniveau aus dem Vorjahr (2016: +11,4 Prozent). Es sind vor allem die großen Online-Shops, die das stärkste Wachstum verzeichnen, während die Umsatzentwicklung der kleineren Online-Händler der zweiten Hälfte des Top-1.000-Rankings eher rückläufig ist. Das zeigt die diesjährige Marktstudie der 1.000 größten B2C-Online-Händler „E-Commerce-Markt Deutschland 2018“* von EHI und Statista.

Die Top-1.000-Online-Shops in Deutschland erwirtschafteten im abgeschlossenen Geschäftsjahr 2017 einen Gesamtumsatz von 42,8 Milliarden Euro. Das entspricht einem Wachstum von 8,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (2016: 39,6 Milliarden Euro). Berücksichtigt wurde nur das B2C-Geschäft mit physischen Gütern ohne Marktplatzumsätze.

Steigende Marktkonzentration
Die Analyse der Top-1.000-Online-Shops zeigt eine zunehmende Marktkonzentration im Vergleich zum Vorjahr und ein Wachstum vor allem in der Spitze des Rankings. Die Top-10-Online-Shops setzten zusammen 17,2 Milliarden Euro um, was einem Umsatzanteil von 40,3 Prozent (Vorjahr: 39,6 Prozent) entspricht. Auf die 100 umsatzstärksten Online-Händler entfallen 71,3 Prozent des Gesamtumsatzes (2016: 69,4 Prozent). Sie erwirtschafteten einen Umsatz von 30,5 Milliarden Euro. Betrachtet man das absolute Umsatzwachstum der Top-1.000-Online-Händler in Höhe von 3,1 Milliarden Euro im Jahr 2017 im Vergleich zum Vorjahr, so ist auffällig, dass dieses vor allem durch die Top-100-Online-Shops erwirtschaftet wurde. Dabei entfallen rund 1,5 Milliarden auf die Top 10 und etwa die gleiche Summe auf die Top 11 bis 100.

Umsatzrückgang der kleinen Shops
Die Shops der Plätze 101 bis 500 erzielten gemeinsam einen Umsatz von 8,5 Milliarden Euro, dies entspricht nur einem Plus von 200 Millionen Euro im Vergleich zu 2016. Ihr Umsatzanteil lag bei knapp 20 Prozent. Die übrigen Shops auf den Plätzen 501 bis 1.000 setzten zusammen nur 3,7 Milliarden Euro um, 100 Millionen Euro weniger als ein Jahr zuvor. Ihr Umsatzanteil lag bei knapp 9 Prozent. Zum dritten Mal in Folge weisen die hinteren 500 Online-Shops des Rankings weniger Umsatz auf als im Vorjahr. Im Jahr 2014 lag der Umsatz dieser Shops noch bei 4,3 Milliarden Euro. Seitdem ging er um 14 Prozent bzw. um mehr als eine halbe Milliarde Euro zurück. Demgegenüber steht ein Umsatzwachstum von knapp 40 Prozent bzw. fast 5 Milliarden Euro für die Top-10-Online-Shops im selben Zeitraum.

Das Marktwachstum wird überproportional von den umsatzstärksten Online-Shops getrieben. Diese Entwicklung wird durch die Plattformaktivitäten der großen Händler beflügelt. Ihre Marktplätze werden von kleineren Online-Händlern genutzt, deren eigene Online-Shops tendenziell immer schwieriger zu betreiben sind.

Weitere Informationen und Statistiken finden Sie auf der Themenseite „E-Commerce”.

* Anmerkungen und Methodik:
Die Angaben der Studie beruhen auf einer Händler-Befragung (EHI) und Statista-Hochrechnungen auf Basis einer Regressionsanalyse sowie Unternehmensangaben aus Geschäftsberichten, Pressemitteilungen und Unternehmenswebsites. Schwerpunkt der Untersuchung waren B2C-Online-Shops mit Ausnahme von Marktplätzen. Berücksichtigt wurde der Umsatz mit physischen Gütern. Der Umsatz mit digitalen Gütern wie Apps und Streaming-Diensten von Shops, z. B. Apple iTunes und Spotify, wurde nicht berücksichtigt.
Betreibt ein Unternehmen mehrere Online-Shops, so wurde jeder Shop separat betrachtet.
Definition E-Commerce-Umsatz: Nettoumsatz des jeweiligen Online-Shops im Jahr 2017, bereinigt von Retouren, exkl. Umsatzsteuer und nur aus der reinen Geschäftstätigkeit des Onlineshops (ohne sonstige betriebliche Erträge des Unternehmens).