Tchibo: Weniger Umsatz, mehr Gewinn

Die Maxingvest-Tochter Tchibo blickt auf ein solides Berichtsjahr 2019 zurück

Der Maxingvest-Konzern blickt mit einem Gesamtumsatz von 10,77 Milliarden Euro auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2019 zurück. Tchibo steuerte 3,12 Milliarden Euro Umsatz dazu bei. Der Handelskonzern hat somit leicht an Umsatz verloren, das operative Ergebnis konnte Tchibo allerdings steigern. Vor allem eine optimierte Vertriebs- und Sortimentsstrategie trug zu diesem Ergebnis bei.

Der Mutterkonzern Maxingvest erzielte mit ihren beiden operativ agierenden Tochterunternehmen Beiersdorf und Tchibo einen Gesamtumsatz von 10,77 Milliarden Euro. Der Umsatz steigerte sich somit um 4 Prozent im Vorjahresvergleich. Das operative Ergebnis lag 2019 bei 1,14 Milliarden Euro. Der Jahresüberschuss betrug 795 Millionen Euro.

Den größten Teil des Umsatzes mit insgesamt 7,65 Milliarden Euro generierte die Beiersdorf AG. Der Konsumgüterhersteller erzielte mit seinen Segmenten Consumer, zu dem die Marken Nivea, Eucerin und Hansaplast gehören, und dem Segment Tesa rund 71 Prozent des Gesamtumsatzes des Maxingvest-Konzerns. Das EBIT ohne Sondereffekte blieb bei Beiersdorf mit 1.095 Millionen Euro leicht unter dem Vorjahresniveau (1.113 Mio. Euro), die EBIT-Umsatzrendite lag bei 14,3 Prozent (Vorjahr: 15,4 Prozent).

Tchibo steigert Ergebnis

Der Kaffee- und Handelskonzern Tchibo feierte im Geschäftsjahr 2019 sein 70-jähriges Bestehen. Das Geschäft mit Kaffee legte zu, wohingegen sich das Gebrauchsartikelgeschäft leicht abschwächte. Tchibo erwirtschaftete in seinem Jubiläumsjahr einen Umsatz von 3,12 Milliarden Euro und verzeichnete damit einen leichten Umsatzrückgang von rund einem Prozent im Vergleich zum Vorjahr. 71 Prozent seines Umsatzes erzielte der Kaffee- und Gebrauchsartikelhändler in Deutschland.

Durch eine Restrukturierung und Optimierung der Vertriebs- und Sortimentsstrategie konnte Tchibo sein operatives Ergebnis im Geschäftsjahr 2019 deutlich auf 134 Millionen Euro steigern und lag damit 54 Millionen Euro über dem Vorjahreswert. Die EBIT-Umsatzrendite betrug 4,3 Prozent (Vorjahr: 2,5 Prozent). Hamburger Kaffee- und Nonfood-Händler erzielte insgesamt einen Jahresüberschuss von 113 Millionen Euro.

Investitionen in stationäre Vertriebe

Der Maxingvest-Konzern investierte im Jahr 2019 insgesamt 834 Millionen Euro in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen (Vorjahr: 517 Millionen Euro). 765 Millionen Euro entfielen auf Beiersdorf (Vorjahr: 463 Millionen Euro), von denen Maxingvest 359 Millionen Euro in Sachanlagen investiert hat. Die Investitionen standen im Wesentlichen im Zusammenhang mit der Akquisition der Sonnenschutzmarke Coppertone von Bayer (445 Millionen Euro), den Bau der neuen Consumer Konzernzentrale sowie die Werke der beiden Unternehmensbereiche Consumer und Tesa.

Auf Tchibo entfielen 69 Millionen Euro (Vorjahr: 54 Millionen Euro), die überwiegend in das Sachanlagevermögen investiert wurden. Ein Großteil dieser Investitionen bezogen sich vornehmlich auf die Kaffeeproduktion, der Optimierung der stationären Vertriebe, der Verbesserung der Informationstechnologie und der Entwicklung von Kaffeekapselsystemen.

Umsatzrückgang im Jahr 2020 erwartet

Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise auf das aktuelle Geschäftsjahr lassen sich Maxingvest zufolge noch nicht abschätzen. Unter Berücksichtigung der gesamtwirtschaftlichen Lage und der geplanten Entwicklung der Tochterunternehmen erwartet der Vorstand für den Maxingvest-Konzern eine leichte Verbesserung des Umsatzes sowie ein Ergebnis vor Steuern und Zinsen leicht unter dem Niveau des Vorjahres, insbesondere angetrieben durch Beiersdorf. Maxingvest geht für den Konsumgüterkonzern von einer Umsatzsteigerung von etwa 3 bis 5 Prozent und einer EBIT-Umsatzrendite ohne Sondereffekte auf Vorjahresniveau aus.

Für Tchibo erwartet die Holding für das Geschäftsjahr 2020 einen leichten Umsatzrückgang, getrieben durch weiter schwache Frequenzen in den stationären Vertrieben und allgemein niedrigere Preise im Kaffeesegment. Das EBIT wird deutlich unter dem Niveau des Vorjahres erwartet. 

Sollte es infolge des Ausbruchs der Coronavirus-Epidemie in China und anderen asiatischen Herstellungsländern zu langanhaltenden Lieferverzögerungen oder -ausfällen kommen, plant der Konzern die Umsatz- und Ertragserwartungen für das Geschäft mit Gebrauchsartikeln im Laufe des Jahres entsprechend anzupassen.

Wechsel im Vorstand

Wie das Unternehmen kürzlich verkündete, beendet Anfang 2021 Thomas Holzgreve nach zwölf Jahren seine Tätigkeit als Finanzvorstand der Maxingvest AG. Zu seinem Nachfolger bestellte der Aufsichtsrat Frédéric Pflanz. Der Deutsch-Franzose gehörte dem Vorstand bereits von 2015 bis 2017 an. Er war in den vergangenen Jahren als CFO für die Schweizer Aryzta AG tätigt und sitzt seit 2019 im Aufsichtsrat der Beiersdorf AG.

Weitere Informationen und Statistiken finden Sie auf den Unternehmensporträts der Maxingvest AG und Tchibo