Otto Group meldet schwächeres Wachstum

Otto Group

Das Wachstum der Otto Group büßt im Geschäftsjahr 2018/2019 an Dynamik ein. Die Ergebnisse der Hamburger Handels- und Dienstleistungsgruppe bleiben unter den Unterwartungen. Der ungewöhnlich lange Hitzesommer und die hohen Investitionen belasten den Gewinn.

Das Umsatzwachstum der Otto Group hat sich im Geschäftsjahr 2018/2019 (1. März 2018 bis zum 28. Februar 2019) deutlich verlangsamt. War die Handels- und Dienstleistungsgruppe im Geschäftsjahr 2017/2018 noch um knapp 7 Prozent kräftig gewachsen, legte der Umsatz 2018/2019 auf vergleichbarer Basis um 3,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 13,5 Milliarden zu. Nominal lag der ausgewiesene Umsatz aufgrund der Entkonsolidierung des Online-Modehändlers About You und der Angleichung des Geschäftsjahres einzelner Konzerngesellschaften unter dem Vorjahreswert.

Das leicht unterplanmäßige Umsatzwachstum führt das Unternehmen vor allem auf den ungewöhnlich heißen und langen Sommer 2018 sowie auf den Rückzug einzelner Konzepte aus Russland zurück. Trotz des langsameren Wachstums hält die Handelsgruppe an dem Ziel fest, bis 2022 die 17-Milliarden-Euro-Umsatzmarke zu erreichen.

Hitze und hohe Investitionen drücken Gewinn
Die Otto Group setzte zwar im zurückliegenden Geschäftsjahr mehr um, verdiente aber deutlich weniger. Der Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) sank um 43 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 222 Millionen Euro. Der Jahresüberschuss belief sich auf 177 Millionen Euro nach 516 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2017/2018. Als Gründe für den Gewinneinbruch nennt das Unternehmen den Rückzug einzelner Konzepte aus dem russischen Markt, die hohen Investitionen in die Weiterentwicklung von otto.de zum E-Commerce-Plattform für externe Händler sowie in die logistische Infrastruktur des Konzerns.

E-Commerce bleibt Umsatztreiber
Das Online-Geschäft der Otto Group wuchs trotz der herausfordernden Marktbedingungen für den Modehandel solide. Die E-Commerce-Umsätze des Konzerns legten um 4,5 Prozent auf 7,7 Milliarden Euro zu. In Deutschland stieg der Online-Umsatz um 5,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 5,3 Milliarden Euro. Den Löwenanteil trug die Einzelgesellschaft Otto bei, die mit 3,2 Milliarden Euro um 8,3 Prozent überdurchschnittlich wuchs. Das Unternehmen erhöhte die Zahl der aktiven Kunden auf 7 Millionen, davon allein 2 Millionen Neukunden.

Neue Arbeitsplätze
Trotz des durchwachsenen Geschäftsjahres konnte die Otto Group 800 neue Arbeitsplätze schaffen. Insgesamt beschäftigte der Konzern weltweit auf Vollzeitbasis umgerechnet rund 52.560 Mitarbeiter, 29.860 Mitarbeiter davon in Deutschland.

Gute Prognose für 2019
Nach Aussage des Vorstandsvorsitzenden Alexander Birken sei das neue Geschäftsjahr im Rahmen der Erwartungen angelaufen. Das Unternehmen rechnet mit einem höheren Umsatzwachstum und einem verbesserten operativen Ergebnis und setzt dabei seine Investitionen in die Digitalisierung seiner Geschäftsbereiche fort.

Weitere Informationen und Statistiken zur Otto Group finden Sie in unserem Unternehmensporträt.