Österreich: Strukturwandel im Einzelhandel flacht ab

Einzelhandel Österreich

Der Strukturwandel im stationären Einzelhandel in Österreich schwächt sich ab. Der Trend des Vorjahres setzt sich fort: Die Zahl der Verkaufsstellen sinkt zwar weiter, aber nur geringfügig. Die Gesamtverkaufsfläche bleibt nahezu unverändert. Dies sind die Ergebnisse der kürzlich erschienenen Strukturanalyse 2018 der Wirtschaftskammer Österreich (WKO).

Im Jahr 2017 zählte der stationäre Einzelhandel im Alpenland insgesamt 37.400 Einzelhandelsgeschäfte, dies entspricht einem Minus von 1,0 Prozent bzw. 400 Läden gegenüber dem Vorjahr. Dies geht aus der jährlich von KMU Forschung Austria im Auftrag der Wirtschaftskammer Österreich – Sparte Handel durchgeführten Strukturanalyse hervor.

Abwärtstrend abgeschwächt
Der Rückgang der Geschäftszahlen fiel damit deutlich geringer aus als in den Vorjahren. Bereits 2016 hatte sich die Abwärtsdynamik entschärft: Die Zahl der Einzelhandelsgeschäfte ging um 4 Prozent bzw. 1.400 Läden zurück. Innerhalb der Dekade 2007 bis 2017 war die Zahl der stationären Einzelhandelsgeschäfte um gut 20 Prozent (-9.600 Geschäfte) gesunken. Somit schloss etwa jedes 5. Ladengeschäft in den letzten zehn Jahren.

Verkaufsflächenrückgang gestoppt
Erstmals seit 2012 blieb die Gesamtverkaufsfläche im österreichischen Einzelhandel 2017 nahezu stabil auf Vorjahresniveau (rund 13,7 Millionen Quadratmeter). Verkaufsflächenzuwächse wiesen die flächenmäßig großen Branchen Lebensmitteleinzelhandel und Möbeleinzelhandel, aber auch der Sportartikeleinzelhandel auf. Eine deutlich rückläufige Entwicklung verzeichneten hingegen der Schuh- und Lederwareneinzelhandel (-7,0 Prozent) sowie der Bucheinzelhandel (-4,0 Prozent). Letzterer spürte besonders die wachsende Konkurrenz durch aus- und inländische Online-Händler.
Trotz Verkaufsflächenrückgängen in den letzten Jahren liegt die Verkaufsflächendichte in Österreich mit 1,56 Quadratmetern pro Einwohner weiterhin im europäischen Spitzenfeld – Platz drei im EU28-Vergleich nach Belgien und den Niederlanden.

Konzentration bleibt weiterhin auf hohem Niveau
Die Konzentration im österreichischen Einzelhandel blieb 2017 konstant hoch. 40 Prozent der stationären Einzelhandelsgeschäfte wurden von filialisierten Einzelhandelsunternehmen betrieben, die insgesamt 67 Prozent der gesamten Einzelhandelsverkaufsfläche auf sich vereinten. Von der Gesamtverkaufsfläche in Höhe von 13,7 Millionen Quadratmetern entfielen rund 9,2 Millionen Quadratmeter auf Filialen und 4,5 Millionen Quadratmeter auf Geschäfte von Einstandortunternehmen.

Online-Handel setzt stationären Einzelhandel weiter unter Druck
Aus Sicht der WKO sei der Strukturwandel im stationären Einzelhandel trotz der Konsolidierungsphase 2017 noch nicht abgeschlossen bzw. werde weiter voranschreiten. Vor allem die steigende Online-Konkurrenz aus dem In- und Ausland werde den heimischen stationären Einzelhandel weiter unter Druck setzen.

Weitere Informationen und Statistiken erhalten Sie auf unserer Branchenseite zum deutschsprachigen Einzelhandel unter dem Reiter „Österreich“