Kommunen schätzen Mischnutzung innerstädtischer Handelsimmobilien

Konkurrenz durch den Online-Handel, sich ändernde Konsumpräferenzen und steigende Immobilienkosten stellen heute die großen Herausforderungen für den stationären Einzelhandel in den Innenstädten dar. Immer mehr Handelsprojekte entstehen, bei denen sich unterschiedliche Mietertypen ein Objekt teilen. Kommunen sehen Nutzungsmischungen bei Handelsimmobilien im Innenstadtbereich positiver als Händler. Das geht aus einer EHI-Befragung von 99 Städten.

Aus Sicht der Kommunen genießen Wohnungen und Büros insgesamt den höchsten Synergiebeitrag. 73,3 Prozent der befragten Städte befürworten eine Nutzungsmischung mit Wohnungen und 72,7 Prozent für eine Nutzungsergänzung mit Büros. Vor allem die großen Großstädte begrüßen eine Mischnutzung von Handelsimmobilien mit Büros oder Wohnungen, was hinsichtlich der knappen Flächen und des hohen Bedarfs nicht verwundert. Im kommunalen Vergleich sind aber vor allem die Mittelstädte und Großstädte die Treiber für das Nutzungsranking.

An dritter Stelle der aus Sicht der Kommunen beliebtesten Nutzungsergänzungen für innerstädtische Handelsimmobilien stehen Arztpraxen mit 69,7 Prozent der Nennungen, gefolgt von sozialen Einrichtungen wie z.B. Schulen, Kindergärten, Pflegeeinrichtungen (6,3,6 Prozent). Weniger Zustimmung bekommen Hotels mit nur 40,4 Prozent der Nennungen.

In einer im Sommer 2019 durchgeführten EHI-Befragung von Expansionsmanagern im Handel hatte sich die Hälfte der Befragten über eine Mischnutzung der Handelsimmobilien mit Wohnungen positiv geäußert. Bei einer Nutzungsergänzung mit Arzpraxen sowie Freizeit- und Entertainment-Einrichtungen gingen die Meinungen auseinander. Die Nutzungsergänzung mit Freizeit und Entertainment sieht jeder fünfte Einzelhändler negativ, während nur jede zehnte Kommune bei dieser Nutzungsmischung gleicher Meinung ist.

Statistiken und Informationen zur EHI-Städtebefragung und zur EHI-Händlerumfrage zu den Expansionstrends 2019 finden Sie unserer Themenseite Expansion.