Karte überholt Bargeld

Im Rahmen des EHI Kartenkongresses 2019 stellte Horst Rüter vom EHI Retail Institute die aktuelle Studie „Kartengestützte Zahlungssysteme im Einzelhandel 2019“ vor. Diese zeigt, dass der Umsatzanteil mit Bargeld weiter sinkt und erstmalig unter den der Karten fällt.

Im Gegensatz zum Vorjahr verlieren Bargeldzahlungen im stationären Einzelhandel 1,7 Prozentpunkte und kommen so auf insgesamt 48,3 Prozent des Umsatzes. Die Karte überholt das Bargeld damit knapp. Im vergangenen Jahr konnte sie 209,2 Mrd. Euro umsetzen, was einem Anteil von 48,6 Prozent des Gesamtumsatzes entspricht. Der Rest verteilt sich auf Rechnungen, Finanzkäufe und Gutscheine.

Besonders beliebt im Ranking der Karten ist die Girocard, deren Anteil mit 30,1 Prozent um 3,8 Prozentpunkte zum Vorjahr stark steigt und damit 129,576 Mrd. Euro umsetzt. Die SEPA-Lastschrift verliert hingegen um 2,6 Prozent im Vergleich zu 2017. Dieses Ergebnis könnte an der Gebührendeckelung liegen, die zu einer Konditionenangleichung mit dem SEPA-Lastschriftverfahren geführt und das Girocard-PIN-Verfahren für Händler attraktiver gemacht hat. Außerdem erlaubt das PIN-basierte Zahlungsverfahren kontaktloses Bezahlen, das vom Kunden vor allem für Kleinbeträge gerne genutzt wird.

Das kontaktlose Bezahlen kommt auch den Kreditkarten zugute, die jedoch nur ein geringes Wachstum von 0,4 Prozent verzeichnen können. Der Umsatz von 29,8 Mrd. Euro, der sich aus Kreditkartenkäufen generiert, basiert zu einem kleineren Teil bereits auf mobilen Bezahlverfahren wie Apple Pay oder Google Pay.

Nach mehrjährigem Rückgang von Investitionen in die Zahlungsverkehr-Infrastruktur planen 44,8 Prozent der Händler eine Optimierung, jedes fünfte Unternehmen noch in diesem Jahr.

Die vollständige Studie ist im EHI-Shop und auf ehi.org erhältlich.