Inventurverluste prozentual unverändert, absolut leicht gestiegen

Inventurdifferenzen

4,1 Milliarden Euro Inventurverluste im Einzelhandel

Laut der aktuellen EHI-Studie „Inventurdifferenzen 2018“ sind die Inventurdifferenzen im deutschen Handel im Jahresvergleich 2017 zu 2016 bei den teilnehmenden Unternehmen in Prozent vom Umsatz konstant geblieben. Absolut gesehen, in branchengewichteter Hochrechnung für den gesamten deutschen Einzelhandel, sind die Inventurverluste jedoch aufgrund der Umsatzsteigerungen mit 4,1 Milliarden Euro leicht angestiegen. Das durchschnittliche Niveau der Inventurdifferenzen liegt bei den teilnehmenden Unternehmen 2017 bei 0,61 Prozent, bewertet zu Einkaufspreisen in Relation zum Nettoumsatz.

Rund 3,5 Milliarden Euro und somit ein Großteil der Inventurdifferenzen geht laut Einschätzung der befragten Handelsexperten auf Diebstähle seitens der Kunden, Mitarbeiter, Lieferanten und Servicekräfte zurück. Rund 2,28 Milliarden Euro Inventurdifferenzen lassen sich auf Diebstähle durch Kunden zurückführen. Den eigenen Mitarbeitern werden 850 Millionen Euro angelastet, Lieferanten und Servicekräften werden 320 Millionen Euro an Warenverlusten im Jahr zugerechnet. Statistisch gesehen bedient sich jeder Bundesbürger jährlich an Waren im Wert von 28 Euro im Einzelhandel, ohne zu bezahlen. Auf den Lebensmittelhandel projiziert bedeutet dies, dass nach wie vor rund jeder 200. Einkaufswagen unbezahlt die Kasse passiert.

Ein weiterer Posten der Inventurdifferenzen – 660 Mio. Euro – entsteht wegen organisatorischer Mängel wie falsche Preisauszeichnungen.

Rückgang der Ladendiebstahlsanzeigen

2017 ging die Anzahl der angezeigten Ladendiebstähle laut polizeilicher Kriminalstatistik insgesamt um 6,6 Prozent zurück auf insgesamt 353.384 Fälle (Vorjahr 378.448). Erstmals seit 2007 sank auch die Zahl der angezeigten schweren Ladendiebstähle um 6,6 Prozent. Hierzu zählen z. B. Delikte, bei denen Sicherheitsetiketten entfernt oder verschlossene Vitrinen aufgebrochen werden. Mit 21.000 Anzeigen im letzten Jahr ist der Tatbestand aber noch immer auf einem sehr hohen Niveau. Durch die hohe Dunkelziffer von über 98 Prozent besitzt die Statistik jedoch nur eine eingeschränkte Aussagefähigkeit.

Weiterführende Informationen und Statistiken erhalten Sie auf unserer Themenseite „Inventurdifferenzen“.