HDE-Konsumbarometer erstmals seit einem halben Jahr wieder rückläufig

Die steigenden Corona-Infektionszahlen der vergangenen Wochen drücken die Verbraucherstimmung in Deutschland. Der positive Trend der vergangenen Monate ist gestoppt und das HDE-Konsumbarometer ist zum ersten Mal seit Juni wieder leicht rückläufig. Vor allem ist die Konjunkturerwartung der Verbraucher merklich geschwunden.


Die Monate des Aufschwungs nach dem ersten Corona-Lockdown scheinen gestoppt. Die Zuspitzung des Infektionsgeschehens bremst die positive Stimmung der Konsumenten. Obwohl der Befragungszeitraum noch vor Bekanntgabe des erneuten Lockdowns lag, fällt das HDE-Konsumbarometer in diesem Monat um 0,57 Punkte im Vergleich zum Vormonat auf 98,09 Punkte. Im Vergleich zum Vorjahresmonat geht das Barometer um 1,7 Punkte zurück. Auch der Blick auf die einzelnen Teilindikatoren zeigt eine pessimistischere Einschätzung der Verbraucher.

Aufwärtstrend der Konjunkturerwartungen abrupt gestoppt
Allen voran sinken im November 2020 die Konjunkturerwartungen der Verbraucher. Nachdem der Teilindikator sich stetig seit dem ersten Lockdown im Mai von 64,17 Punkten auf 93,39 Punkte im Oktober 2020 erholt hatte, fällt er im November abrupt um 5,5 Punkte zum Vormonat auf nun mehr 87,89 Punkte. Aufgrund der „zweiten Welle“ und der wieder zunehmend getroffenen Maßnahmen zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie blicken die Verbraucher pessimistischer auf die weitere wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands. Die negativen Konjunkturerwartungen der Verbraucher schlagen sich auch in den rückläufigen Einkommenserwartungen nieder. Der Teilindikator fällt im November um 0,84 Punkte auf einen Wert von 99,18 Punkten und liegt damit rund 4 Punkte unter dem Vorjahresniveau.

Anschaffungsneigung stagniert
Die zunehmende Skepsis der Verbraucher führt zu einem Dämpfer bei der Anschaffungsneigung. Bei der aktuellen Umfrage geht der Teilindikator im Vergleich zum Vormonat um 0,18 Punkte zurück und notiert nun bei 100,55 Punkten. Obwohl dies nur einen marginalen Unterschied zum Vormonat bedeutet, ist dieser Wert im Kontext des Vorweihnachtsgeschäftes zu betrachten. Er bewegt sich gegenläufig zu den Werten der vergangenen Jahre, die im November eine Zunahme der Anschaffungsneigung zeigten. Der Teilindikator für November 2020 liegt 2,57 Punkte unter dem Vorjahresniveau. Der erneute Lockdown dürfte die Konsumlaune der Verbraucher weiter dämpfen.

Sparneigung ebenfalls rückläufig
Die rückläufigen Einkommenserwartungen der Verbraucher zeigen sich nicht nur in einer nachlassenden Anschaffungsneigung, sondern auch in einem Rückgang der Sparneigung. Weil viele Verbraucher ausgehen, künftig weniger Geld zur Verfügung zu haben, werden sie auch weniger Geld beiseitelegen können. Der Teilindikator nimmt um 2,15 Punkte zu. Aufgrund der inversen Bildung kommt diese Entwicklung einem deutlichen Rückgang der Sparneigung gleich.

Steigende Preise erwartet
Die Zinserwartungen sind im November 2020 ebenfalls rückläufig. Der invers gebildete Teilindikator nimmt um 0,76 Punkte zu und bringt damit den Rückgang zum Ausdruck. Im Hinblick auf die Preise erwarten die Konsumenten im November einen Anstieg der Teuerungsrate. Spätestens wenn die regulären Mehrwertsteuersätze ab Januar wieder gelten, dürfte die Inflationsrate nach oben gehen.

Insgesamt lässt die aktuelle Entwicklung des Corona-Infektionsgeschehens keine Aufhellung der Verbraucherstimmung in den kommenden Monaten erwarten.

Das HDE-Konsumbarometer erscheint monatlich und basiert auf einer Umfrage unter 2.000 Personen zur Anschaffungsneigung, Sparneigung, finanziellen Situation und anderen konsumrelevanten Faktoren. Es bildet nicht das aktuelle Verbraucherverhalten ab, sondern die erwartete Stimmung in den kommenden drei Monaten.