HDE-Konsumbarometer auf stabilem Niveau

Deutschsprachiger Einzelhandel

Das HDE-Konsumbarometer weist im Oktober 2019 einen Wert von 99,74 Punkten auf, damit bleibt die Stimmung der deutschen Verbraucher weitgehend stabil.

Das Barometer ist im Vergleich zum Vormonat und im Vorjahresvergleich minimal gesunken. Die Konsumentenstimmung sei zwar weit von der Hochstimmung der vergangenen Jahre entfernt, mit einem Einbruch des privaten Konsums sei aber auch in den kommenden Monaten nicht zu rechnen, schätzt der Handelsverband Deutschland (HDE).

Die Anschaffungsneigung entwickelt sich in den letzten Monaten im Gleichschritt mit dem Konsumbarometer. So auch im Oktober. Der Indikator verliert in diesem Monat 2,2 Punkte und kehrt auf den Augustwert zurück.

Der Einzelindikator zur Sparneigung der Verbraucher beträgt 97,41 Punkte, der Wert ist um 0,77 Punkte im Vergleich zum September zurückgegangen. Aufgrund der inversen Bildung des Indikators signalisiert der Rückgang einen Anstieg der Sparneigung der Bundesbürger.

Die moderaten Rückgänge bei den Teilindikatoren zur Spar- und Konsumneigung der Verbraucher lassen sich durch die sinkenden Einkommenserwartungen erklären. Diese geben im Oktober um 2,5 Punkte nach und erreichen einen Wert von 101,5 Punkten.

Die aktuell schwierige Lage der Industrie zeigt sich in den Konjunkturerwartungen der Verbraucher. Der Teilindikator ist seit Anfang des Jahres im Sinkflug und geht in diesem Monat um 0,67 Punkte im Vergleich zum Vormonat auf 93,24 Punkte zurück. Dies ist ein neuer Tiefststand seit dem Beginn der Erhebung.

Die Ankündigung der EZB in Bezug auf die voranschreitende Lockerung der Geldpolitik scheint sich auch im Oktober auf die Erwartungen der Verbraucher auszuwirken. Die Zinserwartungen gehen weiter zurück und liegen im Oktober bei 109,14 Punkten. Aufgrund der inversen Bildung dieses Indikators drückt sich dieser Rückgang in einem steigenden Wert aus. Dieser ist um satte sechs Punkte höher als im Vormonat. Die Preiserwartungen sind ebenfalls gefallen, auch hier aufgrund der inversen Bildung des Indikators in einem steigenden Wert ausgedrückt. Dies passt zur aktuellen Entwicklung der Verbraucherpreise. Am 30. September vermeldete das Statistische Bundesamt, dass die Teuerungsrate in Deutschland im September bei 1,2 Prozent lag, 0,2 Prozentpunkte weniger als im Vormonat.

Die deutsche Wirtschaft kühlt sich ab, die Konjunkturerwartungen der Verbraucher erreichen zum dritten Mal in Folge einen Tiefststand, aber die Konsumenten lassen sich davon nicht beunruhigen. Die Konsumneigung bleibt auf einem relativ hohen Niveau. Für Stabilität sorge die gute Lage auf dem Arbeitsmarkt, so der HDE. Der private Konsum dürfte die Stützte der schwächelnden gesamtwirtschaftlichen Entwicklung bleiben.

Das monatlich erscheinende HDE-Konsumbarometer basiert auf einer Verbraucherbefragung, die das Marktforschungsinstitut YouGov monatlich unter 2.000 Personen durchführt. Konkret stützt sich das Barometer auf sechs Fragen, durch die Erwartungen der Konsumenten zur Entwicklung der Anschaffungs- und Sparneigung, der Einkommensentwicklung, der Konjunkturentwicklung sowie der Entwicklung des Zins- und Preisniveaus erhoben werden. Es bildet nicht das aktuelle Verbraucherverhalten ab, sondern die erwartete Stimmung in den kommenden drei Monaten.