Gemischte Zwischenbilanz für den stationären Einzelhandel in Österreich im I. Halbjahr 2019

Die Dynamik der österreichischen Wirtschaftsleistung schwächt sich 2019 ab. Das gesamtwirtschaftliche Wachstum im Alpenland wird von der gestiegenen Binnennachfrage unterstützt. Der stationäre Einzelhandel profitiert davon allerdings nur zum Teil. Nach einem Konjunkturaufschwung im Einzelhandel im Jahr 2017 (+2 Prozent gegenüber 2016) normalisierte sich die Konjunkturentwicklung im Jahr 2018 mit einem Plus von 1,0 Prozent.

In den ersten sechs Monaten des Jahres 2019 erzielte der stationäre Einzelhandel in Österreich ein nominales Umsatzwachstum von 1,0 Prozent zum Vorjahr. Absolut erwirtschafteten die Einzelhändler Österreichs Nettoumsätze in Höhe von 30,2 Milliarden Euro bzw. Bruttoumsätze von rund 35 Milliarden Euro. Preisbereinigt stagnierten die Einzelhandelsumsätze. Ergebnissen einer Umfrage bei stationären Einzelhändlern zufolge realisierten 41 Prozent der Einzelhandelsgeschäfte in den ersten sechs Monaten des Jahres Umsatzzuwächse, 18 Prozent konnten das Vorjahresniveau halten und 41 Prozent beklagten rückläufige Umsätze.

Einzelhandel mit Kosmetik wächst am stärksten
Im Branchenvergleich erzielte der Einzelhandel mit kosmetischen Erzeugnissen mit einem Plus von + 2,2 Prozent zum Vorjahr die höchsten Umsatzzuwächse, gefolgt vom Möbel- und vom Sportartikeleinzelhandel (jeweils 1,9 Prozent). Auch der Einzelhandel mit Bau- und Heimwerkerbedarf wies eine positive Entwicklung auf (+1,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum). Der Lebensmittelhandel, die umsatzstärkste Einzelhandelsbranche, verzeichnete einen Umsatzzuwachs von 1,6 Prozent zum Vorjahr und wuchs damit stärker als im Branchendurchschnitt. Rückläufige Umsätze meldeten dagegen die Einzelhändler mit Bekleidung (-0,2 Prozent zum Vorjahreszeitraum), die Spielwareneinzelhändler (-0,5 Prozent) sowie der Einzelhandel mit Elektrogeräten, Computer und Foto (-0,7 Prozent).

Weiterer Beschäftigungszuwachs im stationären Einzelhandel
Erfreulich zeigte sich die Beschäftigungsentwicklung im stationären Einzelhandel in Österreich. In den ersten sechs Monaten des Jahres stieg die Zahl der unselbstständig Beschäftigten im stationären Einzelhandel um 0,4 Prozent bzw. rund 1.300 Personen gegenüber dem ersten Halbjahr 2018 auf insgesamt 334.8000 Beschäftigte. Die Zahl der geringfügig Beschäftigten sank hingegen um 0,8 Prozent von 41.800 auf 41.500.

Prognose für Gesamtjahr 2019: Gedämpftes Wachstum
Die Wirtschaftsinstitute rechnen mit einer weiteren Abschwächung des Wirtschaftswachstums in Österreich. Der private Konsum dürfte zwar weiterhin robust wachsen, aber der stationäre Einzelhandel profitiere davon jedoch wenig. Laut Prognose der KMU Forschung Austria ist mit einem weiteren Beschäftigungswachstum im stationären Einzelhandel zu rechnen. Das Wachstum dürfte mit +1,6 Prozent schwächer ausfallen als 2018. Der Großteil der im Rahmen der Konjunkturumfrage befragten Einzelhändler rechnet für die nächsten Monate mit einer Fortsetzung der stabilen, positiven Geschäftsentwicklung. 3 Prozent erwarten eine weitere Verbesserung der Geschäftslage und 21 Prozent gehen von einer Verschlechterung aus.

Weitere Informationen und Statistiken zur Entwicklung des stationären Einzelhandels in Österreich finden Sie auf unsere Branchenseite „Deutschsprachiger Einzelhandel“.