Einzelhandel erwartet erstmals über 100 Milliarden Euro Umsatz im Weihnachtsgeschäft

Nach aktuellen Schätzungen rechnet der Handelsverband Deutschland (HDE) für das Weihnachtsgeschäft 2018 in den Monaten November und Dezember mit einem Umsatzwachstum von zwei Prozent auf knapp mehr als 100 Milliarden Euro.

Für das Gesamtjahr hebt der Verband seine Umsatzprognose an und erwartet ein Plus von 2,3 Prozent zum Vorjahr. Der Einzelhandelsumsatz 2018 wird nach neuen Schätzungen 525 Milliarden Euro betragen. Laut dem HDE bleibt der Online-Handel der größte Umsatztreiber. Die E-Commerce-Umsätze würden um 9,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr wachsen, während im stationären Einzelhandel ein nominales Umsatzplus von 1,5 Prozent erwartet wird.

Das Weihnachtsgeschäft ist die umsatzstärkste Zeit im Einzelhandel. So liegen die Umsätze in den letzten beiden Monaten des Jahres rund 15 Prozent über dem Durchschnitt der anderen Monate, in bestimmten Branchen sogar bis zu 100 Prozent. Der stationäre Handel erzielt knapp 19 Prozent, der Online-Handel gut ein Viertel seines Jahresumsatzes in November und Dezember. Insgesamt prognostiziert der HDE für den Online-Handel einen Weihnachtsumsatz 2018 von 13,4 Milliarden Euro. Das ist verglichen mit dem Vorjahr eine Steigerung um 9,8 Prozent.

Männer geben mehr aus

Mit Unterstützung des HDE führte 2018 das ifes Institut der FOM Hochschule eine Verbraucherbefragung zum Einkaufsverhalten im Weihnachtsgeschäft durch. Demnach will ein Viertel der Verbraucher im Weihnachtsgeschäft mehr Geld ausgeben als im Vorjahr. Jeder Bundesbürger will 2018 durchschnittlich 472 Euro in Weihnachtsgeschenke investieren. Dieser Wert liegt leicht über dem des Vorjahres (466 Euro, +1,4 Prozent mehr). Männer geben durchschnittlich 480,80 Euro für Weihnachtsgeschenke aus und kaufen sie erst kurz vor Weihnachten ein. Frauen geben mit 463,30 Euro über drei Prozent weniger für Weihnachtsgeschenke aus als Männer. Über ein Drittel der weiblichen Verbraucher besorgen ihre Geschenke in den ersten beiden Wochen im Dezember. Am häufigsten werden die Partner (71,6 Prozent) beschenkt, gefolgt von Verwandten (63,3 Prozent), Eltern (61,3 Prozent) und Kindern (59,2 Prozent). Die Hälfte der befragten Verbraucher gibt für Weihnachtsgeschenke über 300 Euro aus. Mehr als 20 Prozent gibt mehr als 500,- Euro aus. Ganz oben auf der Geschenke-Beliebtheitsskala stehen die Geschenkgutscheine (51 Prozent), gefolgt von Kosmetik (44 Prozent), Büchern und Konzert- sowie Theaterkarten (beide 42 Prozent), Uhren, Schmuck (40 Prozent) bzw. Spielwaren (38 Prozent).

Mehr Informationen und Statistiken zur Umsatzentwicklung im Einzelhandel finden Sie auf unserer Branchenseite „Deutschsprachiger Einzelhandel” und unserer Themenseite „Weihnachten”.