Baumarktbranche schließt erstes Halbjahr mit deutlichem Umsatzplus ab

Baumärkte

Trotz der schwierigen gesamtwirtschaftlichen Lage infolge der Corona-Krise zieht die Do-It-Yourself-Branche in Deutschland für das erste Halbjahr 2020 eine positive Bilanz, wie der Handelsverband Heimwerken, Bauen und Garten e.V. (BHB) gestern in einer Pressemeldung mitteilte. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum konnten die Bau- und Gartenfachmärkte ihren Umsatz um 15,6 Prozent auf 11,82 Milliarden Euro steigern. Flächenbereinigt entspricht dies einem Zuwachs von 16,0 Prozent.

Für die DIY- und Gartenfachmärkte war die erste Phase zu Beginn der Corona-Pandemie herausfordernd. Zunächst blieb rund ein Viertel aller Bau- und Gartenfachmärkte in Deutschland im Zuge des ersten Shutdowns auf behördliche Anweisung geschlossen. Das Bild änderte sich schnell, als die Behörden – auch auf Betreiben des BHB hin – die Systemrelevanz der Branche erkannte und den Märkten Öffnungsgenehmigungen erteilten. Ein Grund für die Sonderöffnung sei die breite und tiefe Sortimentierung der DIY-Handelsunternehmen und dadurch die Abdeckung vieler, systemrelevanter Leistungen gewesen, so der BHB. Mit dieser Sondererlaubnis galt es, für Mitarbeiter und Kunden aufwändige Sicherungsmaßnahmen umzusetzen, um die sehr strengen Hygienevorschriften zu erfüllen.

Infolge der Pandemie gab es Veränderungen in der Nachfrage einzelner Sortimentsgruppen. Weil viele Menschen zu Hause bleiben mussten, nahmen viele Reparaturen und Renovierungen in ihren eigenen vier Wänden vor. Besonders gefragt waren Sortimente wie Anstrichmittel und Malerzubehör mit einem Umsatzwachstum von 37,6 Prozent zum Vorjahr. Ebenfalls hohe Wachstumsraten erzielten die Sortimete Holz sowie Baumaterial und -chemie mit einem Plus von 30 bzw. 24,9 Prozent.

Auch im Gartenbereich profitierten die Bau- und Gartenfachmärkte in Deutschland von der Pandemie. Für viele Menschen fielen Urlaubsreisen aus, Erholung wurde auf Terrassen und Balkonen und in Gärten gesucht. Mit Gartenausstattung (inkl. Gartenhäusern) setzten sie 25,1 Prozent mehr um als im Vorjahreszeitraum, mit Gartenmöbeln legten sie um 21,4 Prozent zu. Insgesamt waren nahezu alle Sortimente in den letzten sechs Monaten im Plus. Lediglich die Segmente Automative bzw. Technik/Büro/Unterhaltung wiesen ein Minus aus (-14,9 Prozent bzw. -11,2 Prozent).

Trotz der positiven Bilanz für das erste Halbjahr würden die guten Zahlen zunächst einmal nur eine Momentaufnahme in einer sehr volatilen Sonderkonjunktur darstellen, so der Bundesverband. Auf ein insgesamt positives Umsatz- und dann in der Folge auch ein gutes Jahresergebnis werden die nächsten Monate entscheidenden Einfluss haben.

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