Bäckerhandwerk: Mehr Umsatz, weniger Betriebe

Bäckerhandwerk

Der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks zieht Bilanz für 2019. „Im letzten Jahr vor Corona“ steigert die Branche den Gesamtumsatz deutlich und sieht eine Fortsetzung der Trends der Vorjahre: die Betriebs- und Beschäftigtenzahlen sinken weiter.

Brot und andere Backwaren vom Handwerksbäcker waren 2019 bei den Deutschen weiter beliebt. Zu den Lieblingsbrotsorten im sogenannten „Brotkorb der Deutschen“ gehörten Mischbrote, Toastbrote sowie Brote mit Körnern und Saaten. So steigerte das deutsche Bäckerhandwerk im vergangenen Jahr seine Umsätze um 3,7 Prozent zum Vorjahr auf 15,22 Milliarden Euro deutlich. 2018 lag das Wachstum noch bei 1,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Trotz der positiven Umsatzentwicklung setzte sich ein weiterer Trend fort: die Zahl der Beschäftigten sank leicht auf rund 266.000 Personen im Jahresdurchschnitt – ein Minus von 1,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Mit dem anhaltenden Konzentrationsprozess im Bäckerhandwerk nahm auch die Anzahl an Bäckereien weiter ab. Zum Ende 2019 gab es 10.491 Betriebe, vier Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Entsprechend beschäftigte jede Bäckerei im Durchschnitt 25,4 Mitarbeiter, was einem Anstieg um 2,8 Prozent entspricht.

Der Nachwuchsmangel bleibt auch weiterhin ein wichtiges Thema im Bäckerhandwerk, das 2019 insgesamt 14.773 meist jungen Menschen einen Ausbildungsplatz bot. Im Ausbildungsberuf Bäcker/in ging die Anzahl an Auszubildenden um 6,6 Prozent auf 5.587 zurück, im Beruf Bäckereifachverkäufer/in wurden 9.052 Auszubildende registriert, dies entspricht einem Rückgang um 8,3 Prozent. Erfreulich entwickelte sich hingegen die Zahl der Ausbildungsabbrecher, die deutlich um 12,1 Prozent abnahm.

Aus der weiterhin grassierenden Corona-Epidemie erhofft man sich in der Nachwuchsfrage in Handwerkskreisen sogar neue Impulse. „Wer weiß, vielleicht wird die Corona-Krise auch dazu führen, dass insgesamt mehr junge Menschen ihr eigenes Brot nicht nur verdienen, sondern selbst machen wollen. Das Thema Nachwuchssicherung dürfte weiterhin eine hohe Priorität für die Branche behalten“, meint Hauptgeschäftsführer Daniel Schneider. „Wir spüren gerade, wie wichtig die Nahversorgung der Bevölkerung und die Branche mit ihren kurzen Wegen für das soziale Leben in der Krise sind. Ich bin sicher, dass wir in der Post-Corona-Zeit einen anderen gesellschaftlichen Blick auf das Bäckerhandwerk erleben werden“.

Weitere Informationen und Statistiken finden Sie auf unserer Branchenseite.