Amazon meldet Rekordgewinn

Der US-amerikanische Online-Händler Amazon ist während der Corona-Krise enorm gewachsen. Das Unternehmen meldet für das 2. Quartal 2020 ein Umsatzplus von 40 Prozent zum Vorjahresquartal und den höchsten Gewinn seiner Geschichte.

Insgesamt 88,91 Milliarden US-Dollar – umgerechnet 80 Milliarden Euro – setzte Amazon im 2. Quartal 2020 um. Damit wurde die ursprüngliche Prognose deutlich übertroffen. Der E-Commerce-Händler hatte mit einem Umsatz zwischen 75,0 und 81,0 Milliarden US-Dollar und einem Umsatzzuwachs zwischen 18 und 28 Prozent zum Vorjahresquartal gerechnet. "Das war ein weiteres höchst ungewöhnliches Quartal", so Unternehmenschef Jeff Bezos.

Gewinn verdoppelt
Der Internet-Konzern erwirtschaftete im 2. Quartal 2020 einen Nettogewinn in Höhe von 5,24 Milliarden US-Dollar (umgerechnet 4,4 Milliarden Euro), verdoppelte damit sein Nettoergebnis im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (2. Quartal 2019: knapp 2,63 Milliarden US-Dollar) und erreichte den höchsten Nettogewinn seiner Unternehmensgeschichte.

Online- und Cloud-Geschäft floriert
Mit seinen Lieferdiensten profitierte der Online-Händler von der Corona-Pandemie. Weil viele Geschäfte zeitweise geschlossen bleiben mussten, kauften Menschen vermehrt online ein. Im Bereich des reinen Online-Handels setzte Amazon im 2. Quartal 2020 insgesamt 45,9 Milliarden US-Dollar um, 49 Prozent mehr als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Allein im E-Food-Bereich verdreifachte das Unternehmen seine Umsätze.
Auch mit den IT- und Cloud-Diensten (AWS) wuchs Amazon in der Pandemie, da Homeoffice und Homeschooling die Nachfrage nach Speicherkapazitäten steigen ließen. Der Umsatz der AWS-Sparte erhöhte sich von April bis Juni um 29 Prozent zum Vorjahresquartal auf 10,81 Milliarden US-Dollar.

Zunehmende Bedeutung des Marktplatzes
Während der Pandemie nahmen außerdem die Verkäufe von Drittanbietern über den Amazon-Marktplatz zu. Die Erlöse aus Provisionen, Fulfillment-Gebühren und sonstigen Dienstleistungen für Drittanbieter erhöhten sich im vergangenen Quartal um 53 Prozent auf 18,2 Milliarden US-Dollar.

Stationärer Handel im Minus
Von der Corona-Krise blieb der Konzern von Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen nicht unverschont. Der stationäre Handel mit der Bio-Supermarktkette Whole Foods und den Amazon Go-Stores musste im abgelaufenen Quartal ein Umsatzminus von 13 Prozent auf 3,77 Milliarden US-Dollar hinnehmen.

Für das dritte Quartal des laufenden Geschäftsjahres erwartet Amazon einen Umsatz von 87 bis 93 Milliarden US-Dollar, was einem Anstieg zwischen 24 und 33 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal entspricht, und einen operativen Gewinn zwischen 2 und 5 Milliarden US-Dollar.

Weitere Statistiken und Informationen zu Amazon finden Sie in unserem Unternehmensporträt.