Aktuelle Statistiken zu Trends in der Handelslogistik
Handelslogistik: Multi Channel Retailing hält Einzug
Steigende Transportkosten bleiben ein Dauerthema in der Handelslogistik. Damit wurden die Prognosen der Vorjahreserhebung bestätigt.
Die menschliche Arbeitskraft rückt verstärkt in den Fokus aller Bemühungen und Multi Channel Retailing beeinflusst in zunehmendem Maße die Handelslogistik.
Transportkosten: Dreh- und Angelpunkt in der Lieferkette
Steigende Kosten im Transport führen nach wie vor die Liste der wichtigsten ökonomischen Rahmenbedingungen im Handel
an, ebenso bei den Herstellern.
Bei letztgenannten nehmen sie gemeinsam mit dem demografischen Wandel die Führung im Ranking ein.
Bei den Händlern stufen 98 Prozent der befragten Logistiker die Transportkosten als sehr wichtig oder wichtig ein, bei den Herstellern sogar 100 Prozent.
Beide Seiten warten dringend auf die Entwicklung alternativer Antriebstechnologien zur Serienreife. Im Handel werden bereits heute insbesondere Maßnahmen zur Optimierung der Rampenkontakte
(bei 74 Prozent) und zur Zeitfenstersteuerung im Wareneingang (bei 69 Prozent) umgesetzt.
Menschliche Arbeitskraft wird knapper
95 Prozent der teilnehmenden Händler,
96 Prozent der Hersteller und alle teilnehmenden Logistikdienstleister setzen auf Weiterbildung von Mitarbeitern als wichtigste Maßnahme,
um die Qualität des Logistikpersonals zu erhalten. Die demografische Entwicklung und zunehmender Mangel an logistischen Fachkräften hinterlassen im Konsumgüterbereich bereits nachhaltige Spuren.
Körperliche Belastungen müssen durch eine ergonomische Gestaltung von Arbeitsplätzen oder die Organisation von Gesundheitsprogrammen auf ein Minimum reduziert werden. Und da gute Logistiker knapp und teuer sind,
werden sie über die Flexibilisierung der Arbeitszeiten möglichst ressourcenoptimiert eingesetzt.
Multi Channel Retailing
Immer mehr Händler bieten einen Teil oder das gesamte Sortiment auch über Online-Plattformen an.
Die Logistik hinter diesem zusätzlichen Vertriebskanal verlangt jedoch unterschiedliche Prozessabläufe.
Die Studie zeigt, dass sich Hersteller und Händler tendenziell für unterschiedliche Modelle entscheiden.
Die Mehrheit der der teilnehmenden Hersteller (59 Prozent) planen, den Online-Handel in bestehende Lagerstandorte zu integrieren,
während die Handelsunternehmen mehrheitlich das Outsourcing der Logistik für das e-Commerce-Segment bevorzugen (55 Prozent).
Dieser Trend wird für deutliche Umstrukturierungen in der Branche und somit in der Logistik sorgen.
Beschaffungslogistik bleibt ein spannendes Thema
Die vom Handel organisierte Beschaffungslogistik wird weiterhin einen Streitpunkt mit der Industrie liefern.
60 Prozent der befragten Handelsunternehmen setzen Beschaffungslogistik aktiv ein,
ca. 21 Prozent planen es für die Zukunft und 19 Prozent sehen keine Maßnahmen vor.
Dieses Instrument ist andererseits nicht ohne weiteres bei Lieferanten durchzusetzen.
Denn ''nur'' 35 Prozent der befragten Hersteller gaben an, bei der Versorgung des Handels darin eingebunden zu sein.
Die dritte Auflage der Trendstudie Handelslogistik wurde wie in den Vorjahren in Form einer Online-Erhebung durchgeführt.
Zum Kreis der befragten Unternehmen zählten erstmals auch Hersteller und Logistikdienstleister.
EHI und Fraunhofer IML können dadurch mit 71 teilnehmenden Logistikspezialisten (DACH-Region) eine Rekordbeteiligung an der Studie vermelden.