Daten & Fakten zur Pflegeversicherung
Die Pflegeversicherung wurde am 1. Januar 1995 in Deutschland als fünfter Zweig der Sozialversicherung eingeführt. Aufgabe der Pflegeversicherung ist die Übernahme von durch Pflegebedürftigkeit der Versicherten entstehenden Kosten, etwa für Pflegeheimaufenthalte oder Pflegedienste.
Die finanzielle Situation der Pflegeversicherung in Deutschland ist durch die wachsende
Zahl von Pflegebedürftigen angespannt. Ihre Zahl stieg alleine von 2003 bis 2007 von 2,08 auf 2,25 Millionen an. Von 1995 bis 2008 stieg die
Zahl der Leistungsempfänger von knapp 1,1 auf mehr als 2,1 Millionen Menschen an. Die
Ausgaben der Pflegeversicherung stiegen im gleichen Zeitraum von etwa fünf Milliarden Euro auf mehr als 19 Milliarden Euro. Die
Einnahmen der Pflegeversicherung stiegen von etwa 8,4 auf knapp 20 Milliarden Euro an. Grund hierfür war unter anderem eine Beitragserhöhung von 1,0 auf 1,95 Prozent des Bruttolohns. Zur Zukunft der Pflegeversicherung gibt es deutlich unterschiedliche Ansichten. In einer
Umfrage im Januar 2010 befürworteten knapp 20 Prozent der Befragten eine Erhöhung der Beitragssätze, um erwartete Kostensteigerungen abzufangen. Fast 30 Prozent favorisieren dagegen die Pflicht zu einer privaten Zusatzversicherung.
Eine private Pflegeversicherung spielt bisher für die meisten Deutschen eine untergeordnete Rolle. In einer Umfrage in 2009 gaben 40 Prozent der Befragten an, dass sie sich für den Pflegefall über die gesetzliche Pflegeversicherung absichern. Weniger als 15 Prozent haben eine private Pflegeversicherung.
Autor: Tilman Weigel