Daten & Fakten zur Arbeitslosigkeit
Arbeitslosigkeit wird in Deutschland meist anhand einer im dritten Sozialgesetzbuch (SGB III) festgelegten Definition gemessen. Danach ist arbeitslos, wer weniger als 15 Stunden arbeitet, eine Arbeit von mindestens 15 Stunden sucht und nicht an einer arbeitsmarktpolitischen Maßnahme wie einem Ein-Euro-Job oder einer Weiterbildung teilnimmt.
Die bekannteste Erhebung zur Arbeitslosigkeit in Deutschland wird von der Bundesagentur für Arbeit durchgeführt. Nach den Kriterien des SGB III lag die
Arbeitslosenquote im Juni 2010 bei 7,5 Prozent. In Ostdeutschland war die Arbeitslosigkeit mit 11,6 Prozent weitaus höher als in Westdeutschland mit 6,5 Prozent. Den höchsten Wert erreichte Berlin mit einer Arbeitslosenquote von 13,3 Prozent, den niedrigsten Bayern mit 4,2 Prozent. Einschließlich der nicht bei den Agenturen für Arbeit gemeldeten Arbeitsuchenden (Stille Reserve) und der aufgrund von Sonderregeln nicht mitgezählten Menschen (Stille Reserve in Maßnahmen) liegt die
Arbeitslosenquote im Jahr 2010 nach einer Schätzung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung bei fast elf Prozent.
Um internationale Vergleichbarkeit beim Thema Arbeitslosigkeit zu gewährleisten wird durch das Statistische Bundesamt zusätzlich eine
Erwerbslosenquote nach den Kriterien der International Labour Organisation (ILO) erhoben. Danach ist arbeitslos, wer weniger als eine Stunde in der Woche arbeitet und eine Arbeit von mindestens einer Stunde sucht. Im Juni 2010 waren nach dieser Definition knapp 3,2 Millionen Menschen in Deutschland erwerbslos. Im Jahresdurchschnitt 2009 lag die Arbeitslosigkeit 7,5 Prozent. Damit lag sie unter dem
EU-Durchschnitt von 8,9 Prozent. Ihren Höchststand hatte die Erwerbslosenquote im Jahr 2005 erreicht.
Autor: Tilman Weigel