Daten & Fakten zur Krankenversicherung
Eine Krankenversicherung übernimmt ganz oder teilweise die Kosten für medizinische Versorgung und ersetzt oftmals auch aufgrund von Krankheit oder Unfällen ausgefallene Löhne (Krankengeld). In Deutschland und vielen anderen Ländern ist die Krankenversicherung Teil des Sozialversicherungssystems.
Laut SOEP sind fast 90 Prozent der Deutschen
Mitglied in einer gesetzlichen Krankenversicherung. Ein Drittel der
Versicherten ist in einer Allgemeinen Ortskrankenkasse (AOK) und knapp 20 Prozent sind bei einer Betriebskrankenkasse (BKK). Diese Krankenkassen sind öffentlich-rechtlich organisiert, die Mitgliedschaft ist sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit einem Einkommen bis zur Versicherungspflichtgrenze vorgeschrieben. Die Versicherungspflichtgrenze lag im August 2010 bei 4.162,50 Euro. Selbständige und Beschäftigte mit einem Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze können
freiwillig Mitglied in einer Krankenkasse werden. In 2008 waren das immerhin neun Prozent der Krankenversicherten. Ein Jahr zuvor waren 8,55 Millionen Deutsche ausschließlich in einer
privaten Krankenversicherung. Mehr als neun Millionen waren privat pflegeversichert. Zusätzlich hatten rund 20 Millionen Menschen in Deutschland eine private Zusatzversicherung. Die Mehrheit der Deutschen hält private
Krankenversicherungen für besser: 54 Prozent der befragten privat Krankenversicherten stimmten im Rahmen einer Umfrage der Aussage zu, dass Krankenversicherungen gute Leistungen bieten. Bei den gesetzlich Versicherten hingegen tätigten nur 21 Prozent diese Aussage.
Doch es gibt auch
Gründe gegen eine private Krankenversicherung. Für viele gesetzlich Krankenversicherte, die nicht in eine private Krankenversicherung wechseln möchten, sprechen die hohen Kosten (67 Prozent), die steigenden Beiträge im Alter (54 Prozent) und die nötige Vorleistung (46 Prozent) gegen einen solchen Wechsel.